Wirtschaft : Intel beruhigt die Märkte

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Berlin Die Chipbranche, die als Frühindikator für die Konjunkturentwicklung gilt, ist sich uneins, wie stark sich das Wachstum 2005 verlangsamen wird. Intel, der größte Chiphersteller der Welt, gab am Mittwoch einen verhaltenen Branchenausblick für die kommenden drei Monate. „Wir spüren, dass die Nachfrage etwas schwächer ist als man üblicherweise saisonal erwarten kann“, sagte Finanzchef Andy Bryant. Eine Prognose für 2005 wagte Intel nicht. Europas größter Unterhaltungselektronikkonzern Philips hatte am Dienstag vorausgesagt, das Branchenwachstum werde 2005 nur im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegen.

Intel-Deutschlandchef Hannes Schwaderer sagte dem Tagesspiegel, der Umsatz werde im vierten Quartal 2004 um fünf Prozent wachsen – üblich seien acht Prozent. „Wir rechnen 2005 nicht mit einem Einbruch“, sagte Schwaderer. „Auch deutsche Mittelständler haben erkannt, dass IT-Investitionen kein notwendiges Übel sind, sondern die Wettbewerbsfähigkeit verbessern.“ Davon profitiere Intel, dessen Chips in mehr als 80 Prozent aller PCs zu finden sind. Da in Deutschland nur etwa jeder zweite Haushalt über einen Computer verfüge – in den USA sind es 86 Prozent – gebe es ein „riesiges Potenzial“. In Europa legte Intel zuletzt um 13 Prozent zu, weltweit um acht Prozent.

Insgesamt nahm die Börse die Zahlen erleichtert auf. Die Intel-Aktie legte kräftig zu und zog andere Technologiewerte mit. Nachdem der Konzern im September die Prognose reduziert hatte, gelang ihm nun – gemessen an den Erwartungen – eine Punktlandung: Im dritten Quartal verdiente Intel 1,9 Milliarden Dollar, 15 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Der Umsatz stieg um acht Prozent auf 8,5 Milliarden Dollar. Für das Schlussquartal 2004 erwartet der Konzern einen Umsatz von 8,6 bis 9,2 Milliarden Dollar. mot

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