Wirtschaft : Intel droht hohe Strafe

Brüssel - Die EU-Kommission hat gegen den Chip-Weltmarktführer Intel ein Verfahren wegen des Verdachts des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung eingeleitet. Dem US-Konzern wird vorgeworfen, den gleichfalls in Kalifornien ansässigen Mitbewerber AMD mit illegalen Praktiken vom Markt für Computerprozessoren ferngehalten zu haben. Intel wies die Vorwürfe am Freitag zurück: „Wir sind überzeugt, dass der Chipmarkt normal funktioniert und dass sich Intel rechtmäßig, wettbewerbsorientiert und kundenfreundlich verhalten hat.“ Dem Unternehmen droht eine Strafe von bis zu 2,6 Milliarden Euro.

Der US-Konzern hat zehn Wochen Zeit, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen. Die Kommission wirft Intel unter anderem vor, den Herstellern von Computern Rabatte angeboten zu haben, falls diese ihren Prozessorbedarf bei Intel deckten. Intel habe auch mit Zahlungen an PC-Hersteller versucht, diese dazu zu bewegen, die Markteinführung von Produkten mit AMD-Prozessoren zu verzögern oder ganz darauf zu verzichten. Zudem habe Intel bei strategisch wichtigen Herstellern von Servern den Hauptprozessor unter den eigenen Kosten geliefert.

Jeder dieser drei Vorwürfe sei, sollte er als erwiesen gelten, bereits der Missbrauch einer marktbeherrschenden Position, erklärte die Kommission. Ihrer Ansicht nach „verstärkten die drei Handlungsweisen sich wechselseitig und sind Teil einer übergreifenden wettbewerbsfeindlichen Strategie“. Intel widersprach heftig. Das Strafgeld der Kommission kann bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes betragen. Bei Intel (Jahresumsatz 35,4 Milliarden Dollar) könnte das Strafgeld also bis zu 3,5 Milliarden Dollar (2,6 Milliarden Euro) betragen. AMD hatte sich 2000 erstmals über wettbewerbswidriges Verhalten von Intel beklagt. dpa

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