Wirtschaft : Intel hofft auf das zweite Halbjahr

Volle Lager und starke Konkurrenz verderben dem weltgrößten Chiphersteller das Geschäft

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München/Portland - So sieht ein schlechter Start aus: Paul Otellini ist jetzt knapp ein Jahr Chef von Intel, und seither steckt der weltgrößte Chiphersteller in Schwierigkeiten. Die Zahlen für das abgelaufene erste Quartal sind für den erfolgsverwöhnten Konzern mehr als enttäuschend. Sowohl der Gewinn als auch der Umsatz lagen niedriger als 2005.

Weil die Lager der Kunden voll sind und die Konkurrenz durch den viel kleineren Konkurrenten AMD (Advanced Micro Devices) wächst, stapeln sich bei Intel die unverkauften Chips. Dies zwingt den Marktführer Preise zu senken und alte Bestände abzuschreiben. Intels Reingewinn im ersten Quartal lag mit 1,35 Milliarden Dollar um 38 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Umsatz fiel gleichzeitig um 5,2 Prozent auf 8,94 Milliarden Dollar. Das Unternehmen selbst will von einer Krise trotzdem nichts wissen. „Das war ein schwächeres Quartal, aber mehr nicht“, sagte gestern Hannes Schwaderer, der Deutschland-Chef von Intel, im Gespräch mit dem „Handelsblatt“.

Hauptgrund für die schlechten Zahlen seien große Lagerbestände bei den Kunden, die diese noch aus dem vierten Quartal 2005 gehabt hätten. Dazu stehe bei Intel die Erneuerung der Produktpalette an. Käufer seien vor einem Wechsel auf eine neue Generation immer zurückhaltend.

Intel verlor in den vergangenen Monaten Marktanteile an AMD. Der Erzrivale aus dem Silicon Valley kam vor Intel mit leistungsfähigeren und energiesparenden Prozessoren auf den Markt und jagt dem Konkurrenten vor allem im Server-Geschäft Kunden ab.

Die Firma geht trotzdem davon aus, dass es im zweiten Halbjahr aufwärts geht. „Wir glauben unbeirrt an unser Wachstum“, sagte Deutschland-Chef Schwaderer. Impulse verspricht sich Intel vor allem durch Chips für Multimedia-PCs. Mit ihnen rücken Fernseher und Computer näher zusammen. jojo/je/HB

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