Wirtschaft : Intel macht Musik

Chiphersteller erklärt Unterhaltung zu einem neuen Geschäftsbereich

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Las Vegas - Der weltgrößte Chiphersteller Intel will mit neuen Chip-Plattformen und einer milliardenschweren Marketingkampagne im Bereich der Unterhaltungselektronik kräftig wachsen. Erste Multimedia-Computer mit dem neuen Logo „Viiv“ (gesprochen: weif) werden bereits im ersten Quartal 2006 in die Läden kommen. Das kündigte Intel-Chef Paul Otellini auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas an. Das Logo soll künftig Geräte und Computer auszeichnen, die die Anforderungen an den einfachen Umgang mit digitalen Medien erfüllen.

Mit einem Staraufgebot aus Hollywood zu Gast in Las Vegas – darunter die Schauspieler Danny de Vito und Morgan Freeman – unterstrich Intel seine Entschlossenheit, digitale Unterhaltung zu seinem Geschäftsbereich zu erklären. 60 Inhalte-Anbieter habe das Unternehmen als Partner gewinnen können, darunter die Internetfirmen AOL und Yahoo, den US-Fernsehsender NBC und den Musikdienst Napster. Als Premium-Lieferant wird das Unternehmen Clickstar Hollywood-Filme liefern. „Content ist alles“, sagte Intel-Manager Don MacDonald. Zum Start in diesem Quartal sollen 1000 Spielfilme, 10 000 TV-Serien und zwei Millionen Musikstücke verfügbar sein.

Wie MacDonald bereits im Herbst angekündigt hatte, sollen Multimedia-PCs mit dem neuen Viiv-Logo in Ausstattung und Bedienung mehr einem DVD-Player als einem herkömmlichen PC ähneln. Sie sollen mit einem neuen Doppelkern-Prozessor den veränderten Bedürfnissen der Anwender nach leistungsstarker und ortsunabhängiger Rechenleistung gerecht werden. Einen weiteren Schwerpunkt setzt der Halbleiterhersteller auf den Einsatz von industrieweit einheitlichen Standards, um die Kommunikation der verschiedenen Geräte zu erleichtern.

Am Tag zuvor hatte bereits Intels ärgster Rivale AMD mit „AMD Live“ seine eigene Technik für die digitale Unterhaltung angekündigt. Auch sie setzt auf leistungsstarke Doppelkern-Prozessoren für den einfachen Umgang mit großen Film- und Musikdateien, geringen Strombedarf und einheitliche Standards zum Anschluss verschiedener Medien-Geräte. dpa

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