Wirtschaft : Intel senkt Chip-Preise um ein Drittel

Weltgrößter Halbleiterhersteller erwartet Nachfrageschub für PC-Markt / Schnellerer Prozessor

MÜNCHEN (dpa).Der weltgrößte Halbleiterhersteller Intel Corporation, Santa Clara/Kalifornien, senkt seine Chip-Preise von sofort an weltweit um durchschnittlich rund ein Drittel.Dies kündigte der Geschäftsführer der deutschen Tochter Intel GmbH, Feldkirchen bei München, Joachim Rissmann, am Montag in München an.Der Chip-Gigant erwartet von dieser Preissenkung einen Nachfrageimpuls für den gesamten Personal Computer-Markt.Zugleich führe Intel eine neue Technologie am Markt ein, sagte Rissmann in einem Gespräch mit der dpa. Erstmals wird nach seinen Angaben ein noch schnellerer Pentium-II-Prozessor mit 333 Megahertz auf Basis der 0,25-Mikrometer-Technologie in großen Stückzahlen hergestellt.Ein Mikrometer ist ein tausendstel Millimeter.Diese kleinsten Strukturen setzen sich jetzt erst in der Massenfertigung der Branche durch.Es sei ein großer Schritt von der bisherigen 0,35-Mikrometer-Technologie, sagte Rissmann.Die neue Technologie erlaube die Herstellung schnellerer Prozessoren, die noch mehr Leistung für die neuen Multimedia-Anwendungen erbringen.Prozessoren wie der neue Pentium II von Intel steuern als zentrale Verarbeitungseinheit einen PC. "Das weltweite Computernetz Internet wird geschäftlich und privat immer intensiver genutzt und verlangt mehr datenintensive Inhalte wie Videos und Bilder", sagte der Manager.Intel habe Milliarden Dollar in neue Fabriken in den USA und Irland investiert, um diese Technologie für seine gesamte neue Produktpalette einzuführen. "Die Preissenkungen dürften die PC-Nachfrage erheblich anstoßen", sagte Rissmann.Ein Multimedia-PC, der im vergangenen Sommer noch um die 3000 DM gekostet habe, sei jetzt für unter 2000 DM erhältlich."Der deutsche Markt gehört zu den preisaggressivsten weltweit, da hier große Handelsketten sich harte Kämpfe liefern", erklärte Rissmann.Zu den Ketten zählte er Vobis, Mediamarkt oder Comtech. "In Europa hat sich die Nachfrage am PC-Markt im Januar sogar noch beschleunigt.Das gilt auch für Deutschland", sagte Rissmann.Damit könne bislang die durch die Finanzkrise in Asien ausgelöste Abschwächung der PC-Nachfrage in Fernost ausgeglichen werden.Es sei jedoch unsicher, ob dies so bleibe.Intel werde sich noch stärker in der Herstellung von Chips für die Massenproduktion von einfachen Basis-PCs engagieren und auch diese im zweiten Halbjahr 1998 mit Pentium II ausstatten.Zum anderen plane der Konzern noch leistungsfähigere Prozessoren für High-Tech-Arbeitsplatzstationen. Intel dominiert mit seinen Prozessoren den PC-Markt.Nach Branchenschätzungen sind weltweit über 80 Prozent der PCs mit Intel-Chips ausgerüstet.Noch in diesem Jahr will der Hersteller seine gesamte Produktion auf die neue Chipgeneration Pentium II umstellen.Das auf Basis der neuen Technologie hergestellte Pentium II mit 333 Megahertz besteht nach Angaben Rissmanns aus 7,5 Mill.Prozessoren, "wobei jeder Transistor 400 mal kleiner ist als ein menschliches Haar".Das Intel-Spitzenprodukt wird mit 722 Dollar am Markt eingeführt.In der neuen Preisrunde reduziert sich der Preis für den herkömmlichen Pentium II mit 233 Megahertz um 33 Prozent auf 268 Dollar.

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