Inter-ethnische Partnerschaften : Gemischte Ehe, erfolgreiche Integration

In Berlin liegen sie im Trend, in Deutschland sind sie vergleichsweise selten: inter-ethnische Beziehungen, in denen der eine Partner deutscher Herkunft ist und der andere einen Migrationshintergrund hat. Dabei zeigt sich: Migranten mit deutschem Partner verdienen besser

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Erfolgreiche Integration. Nicht nur im Fußball. -Foto: dpa

BerlinBerlin – In Berlin liegen sie im Trend, in Deutschland sind sie vergleichsweise selten: inter-ethnische Beziehungen, in denen der eine Partner deutscher Herkunft ist und der andere einen Migrationshintergrund hat. „In der Hauptstadt wird das immer mehr zur Normalität“, sagt Günter Piening, Integrationsbeauftragter des Berliner Senats. Solche Partnerschaften seien Ausdruck einer wachsenden Normalität im Zusammenleben und ein Indiz für den Stand der Integration.

Dass Migranten, die in solchen inter-ethnischen Partnerschaften leben, auch sonst besser gestellt sind, zeigt eine aktuelle Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW): Sie verfügen über ein höheres Maß an Bildung, haben mehr Erfolg im Beruf und verdienen im Schnitt besser als solche, die mit einem anderen Migranten zusammenleben. Zudem schätzen sie sich der Studie zufolge generell offener ein. „Migranten in inter-ethnischen Partnerschaften bezeichnen sich selbst als aufgeschlossener und kommunikativer, sind politisch interessierter und fühlen sich seltener diskriminiert als andere Migranten“, sagte die Verfasserin der Studie, Olga Nottmeyer.

Für die Untersuchung wurden Daten des Sozio-Oekonomischen-Panels verwendet, bei dem mehr als 20 000 Personen befragt wurden. Als Migranten gelten sowohl Ausländer als auch Deutsche mit Migrationshintergrund.

Wie häufig bestimmte Migrantengruppen gemischte Beziehungen eingehen, hängt der Studie zufolge von Faktoren wie kultureller Nähe oder Struktur der Gruppe ab. „Die Türken sind unter den Migranten in Deutschland die mit Abstand größte Gruppe, gehen aber gleichzeitig sehr selten inter-ethnische Partnerschaften ein“, sagte Nottmeyer. Dagegen lebe zum Beispiel jeder fünfte italienische Mann mit einer deutschen Frau.

Besonders viele inter-ethnische Partnerschaften gibt es in Deutschland nicht: Nur etwas mehr als 15 Prozent der Migranten leben mit Deutschen zusammen, nur drei Prozent der Deutschen haben eine Beziehung mit einem Migranten. In der zweiten Generation nach der Einwanderung, also unter den in Deutschland geborenen Migranten, sind gemischte Partnerschaften häufiger als in der Elterngeneration.

Die Studie fordert, Bildung und Toleranz zu stärken, um gemischte Partnerschaften zu fördern. Das bestätigt auch der Integrationsbeauftragte Piening: „Auf beiden Seiten muss Offenheit füreinander geschaffen und kulturelle Vielfalt gefördert werden“. Jahel Mielke

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