Wirtschaft : Interesse an der Weberbank Zahlreiche Angebote

bei Morgan Stanley

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Berlin Der beabsichtige Verkauf der Weberbank durch die Bankgesellschaft Berlin kommt voran. Eine Sprecherin der Bankgesellschaft bestätigte, dass bei Morgan Stanley zahlreiche Angebote für das lukrative Berliner Privatbankhaus eingegangen seien. Die Bankgesellschaft will das Institut seit längerem verkaufen, scheiterte aber bisher an Vorbehalten der persönlich haftenden Gesellschafter der Weberbank. Erst nach Vermittlung des Präsidenten des Bundesverbandes deutscher Banken, Rolf E. Breuer, konnte eine Einigung erzielt werden. Auch die EU hatte im Rahmen ihrer Zustimmung zum Sanierungsplan für die Bankgesellschaft einen Verkauf der Weberbank gefordert.

Zu den Interessenten mochte sich die Bankgesellschaft nicht äußern. Auch Morgan Stanley sei zur Verschwiegenheit verpflichtet, sagte die Sprecherin. Man prüfe nun, welche Interessenten ernsthaftes Interesse bekunden und was sie böten. Auf jeden Fall soll der Verkauf aber noch bis zum Jahresende über die Bühne gehen.

Als ernster Interessent wird immer wieder die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim genannt, die bereits über eine Niederlassung in Berlin verfügt. Auf der Bilanzpressekonferenz von Sal. Oppenheim wurde das Interesse an der Weberbank auch öffentlich bestätigt. Oppenheim ist eine der älteste Privatbanken in Deutschland, erreichte Ende 2003 im Konzern eine Bilanzsumme von 9,68 Millionen Euro, zählt rund 1470 Mitarbeiter und etwa 6000 Kunden. In Berlin sind acht Mitarbeiter tätig.

Das Berliner Privatbankhaus Weberbank hat im ersten Halbjahr 2004 seinen Gewinn auf 10,2 Millionen Euro gesteigert und damit gegenüber der vergleichbaren Vorjahreszeit fast verdoppelt. Zum Jahresende 2003 hatte der Gewinn 9,9 Millionen Euro erreicht. Für das Gesamtjahr 2004 erwartet das Institut einen Überschuss von rund 15 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss kletterte auf 35,0 (Vorjahreszeit 31,8) Millionen Euro, die Risikovorsorge im Kredit- und Wertpapiergeschäft wurde auf 2,3 (6,7) Millionen Euro zurückgefahren. dr

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