Wirtschaft : Internationale Aktienmärkte: Euro fällt auf Dreimonatstief

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Der Euro ist am Donnerstag auf ein neues Drei-Monats-Tief von unter 89 Cents gefallen. Grund dafür waren die anhaltende Sorge vor einem Abschwung in der Euro-Zone und Verluste an den Aktienmärkten. Bei der anhaltenden Talfahrt an den Weltbörsen nutzten internationale Anleger die US-Devise als sicheren Anlagehafen, hieß es an den Märkten. Hinzu käme, dass die internationale Finanzwelt wieder Stabilitätszeichen in den USA sehe, sagte Michael Heise, Chef-Volkswirt der DG-Bank. "Die Anleger sehen, dass auch die US-Notenbank mit ihrer Geldpolitik die Konjunktur unterstützen will und noch weitere Zinsschritte nach unten zu erwarten sind." Zudem prognostizierten viele Banken schon für 2002 in den USA wieder ein Wachstum von rund 3,5 Prozent.

Dagegen verstärke sich der Eindruck, dass Europa jetzt mehr als erwartet den Einbruch der US-Konjunktur zu spüren bekomme. Die problematische Entwicklung in Europa habe auch der ifo-Geschäftsklimaindex bestätigt, sagte Heise. Der Rückgang des Indexes war am Mittwoch stärker als erwartet ausgefallen. Außerdem haben nach Ansicht von Marktbeobachtern die Aussagen von EZB-Präsident Wim Duisenberg den Euro belastet. Er hatte am Mittwochabend die abwartende geldpolitische Haltung der Europäischen Zentralbank (EZB) bekräftigt. Der Euro fiel bis auf 0,8869 Dollar und erreichte damit den niedrigsten Stand seit dem 19. Dezember 2000. Der Referenzkurs lag am Donnerstag dann bei 0,8889 Dollar. Vor allem US-Analysten erwarten dagegen auch in Europa eine Zinssenkung. Heise hält Duisenbergs Haltung allerdings für richtig. Noch liege die Inflation in Europa mit 2,6 Prozent über dem gesteckten Ziel der EZB von zwei Prozent. Für eine Zinssenkung sei es deshalb zu früh.

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