Wirtschaft : Internationale Automobil Ausstellung: Kampf um den Luxus-Kunden

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Die wohlhabenden Autoliebhaber werden in den kommenden Jahren umworben wie noch nie. Immer mehr Hersteller wollen in das Luxussegment, wo es die dicksten Margen und das größte Wachstum gibt. Dabei hat Volkswagen das ambitionierteste und teuerste Programm aller Hersteller. In der so genannten Gläsernen Manufaktur baut VW in Dresden die Limousine D1, die in den nächsten Monaten auf den Markt kommen soll. Parallel dazu wird die neue Baureihe des Bentley und ein Geländewagen entwickelt, der in der VW-Palette noch fehlt. Schließlich hat Noch-Konzernchef Ferdinand Piëch große Pläne mit den Sportwagenmarken Bugatti und Lamborghini. Ob es aber für den geplanten Bugatti mit 1001 PS, acht Litern Hubraum und 16 Zylindern zum Preis von zwei Millionen Mark auch Käufer gibt, ist fraglich. Grafik: Luxusklasse 2000 Laut einer Untersuchung des Professors für Automobilwirtschaft, Willi Diez, wollen die Autokonzerne in den nächsten Jahren rund 25 Milliarden Mark in die Entwicklung und die Produktion von Luxusautos stecken. Gut 20 Modelle mit einem Kaufpreis jenseits von 200 000 Mark kommen in den kommenden drei Jahren auf den Markt. Darunter ein neuer Rolls-Royce, den BMW gerade entwickelt und der in einer neuen Fabrik in England gebaut wird sowie der Maybach von Daimler-Chrysler. Berichten zufolge wird der Maybach, benannt nach dem früheren Chefkonstrukteur und Partner von Gottlieb Daimler, 2,5 Tonnen schwer und gut sechs Meter lang. Unter 500 000 Mark dürfte er kaum zu kriegen sein.

Vor wenigen Tagen erst hat BMW-Chef Joachim Milberg die großen Chancen in der Oberklasse beschrieben. Die Münchener, die sich abgesehen vom Mini voll auf das Premiumsegment konzentrieren, wollen in den nächsten Jahren den Umsatz um ein Drittel erhöhen. Dazu werden 20 neue Modelle und drei neue Motorenreihen für rund 20 Milliarden Mark entwickelt. Grundlage der Investitionsplanung ist das Wachstumspotenzial, das BMW in den kommenden Jahren auf 50 Prozent in der Oberklasse veranschlagt, gegenüber nur 25 Prozent im Massensegment.

Die "Platzhirsche" Mercedes, BMW und Audi müssen sich neben VW auch auf einen weiteren Angreifer einstellen. Der frühere BMW-Entwicklungschef Wolfgang Reitzle hat mit der Premium Automotive Group von Ford eine hervorragende Ausgangsbasis. Mit den Jaguar, Volvo, Land Rover, Aston Martin, Lincoln und Mercury hat Reitzle ein breites Spektrum bewährter Marken im Sortiment. Das muss sich der künftige VW-Chef Bernd Pischetsrieder erst noch aufbauen. Pikant an diesen beiden Wettbewerbern: Im BMW-Vorstand agierten Reitzle und Pischetsrieder bereits als Rivalen, bevor die Rover-Krise beiden den Job in München kostete.

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