Wirtschaft : Internationale Tourismus-Börse: Pauschalurlauber fördern das Geschäft der Reisebranche

Die deutsche Reisebranche erwartet zur diesjährigen Internationalen Tourismus-Börse (ITB) für 2001 erneut ein Wachstum von mehr als fünf Prozent und dürfte somit einen Umsatz von annähernd 60 Milliarden Mark erzielen. "Die Reisebranche bleibt weiterhin auf Wachstumskurs" und könne wieder so stark zulegen wie im Vorjahr, sagte Klaus Laepple, Präsident des Deutschen Reisebüro- und Reiseveranstalterverbandes (DRV), am Montag in Berlin. Vom 3. bis 7. März werden in Berlin erstmals mehr als 10 000 Aussteller erwartet, die weltweit höchste Anbieterzahl bei einer Messe überhaupt, wie die Messe mitteilte.

In der Saison 1999/2000 haben nach DRV-Angaben die deutschen Reiseveranstalter trotz schwieriger Rahmenbedingungen durch den hohen Dollarkurs und gestiegene Treibstoffkosten um sieben Prozent zugelegt, die Reisebüros um fünf Prozent. Die Branche habe damit 56 Milliarden Mark umgesetzt, sagte Laepple. Die deutschen Reiseveranstalter bewegten sich damit im Vorjahr auf dem Niveau des Weltmarktes. Die World Tourism Organization hatte in ihrer im Januar vorgestellten Prognose weltweit einen Einnahmeanstieg um sieben Prozent auf 476 Milliarden US-Dollar ermittelt.

Wesentlicher Antreiber des Umsatzes seien die Pauschalreisen, die im vorigen Jahr mit 38 Milliarden Mark erstmals mehr als 50 Prozent des gesamten deutschen Marktes ausmachten, sagte Laepple. Für 2001 seien wieder Zuwächse deutlich über fünf Prozent zu erwarten. Der Trend zu Pauschalreisen, zum Teil auch als Zweit- und Dritturlaub, dürfte zunehmen.

Die europaweite Konzentrationswelle in der Reisebranche ist aus der Sicht Laepples für den Verbraucher positiv. Ein Indiz dafür sei, dass der Durchschnittspreis einer Reise mit 1050 Mark bei mehr Leistung konstant geblieben sei. In diesem Jahr seien keine weiteren Zuschläge zu erwarten, da alle Veranstalter höhere Flugbenzinkosten bereits einkalkuliert hätten. Angesichts wachsender Konkurrenz durch den Direktvertrieb von Reisen per Internet und Fernsehen hält Läpple ein Reisebüro "nur dann für überlebensfähig, wenn es sich den sich ständig verändernden Marktgegebenheiten anpasst." Im Übrigen zeige die wachsende Zahl von Reisebüros von inzwischen mehr als 20 000, dass es ihnen nicht schlecht gehe.

Auch der Deutschlandtourismus profitierte von dem weltweiten Reiseboom, insbesondere durch zusätzliche ausländische Gäste. 108 Millionen Gäste und 326 Millionen Übernachtungen seien ein Plus von sechs Prozent, sagte Jürgen Linde, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV). Linde widersprach dem Hamburger Freizeitforscher Horst Opaschowski, der ein rückläufiges Interesse der Deutschen am Urlaub im eigenen Land prognostiziert hatte. "Das stimmt nicht. Der Inlandsurlaub holt enorm auf bei Zweit- und Drittreisen."

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