Wirtschaft : Internet-Auktionen: Zuschläge sind verbindlich

ms

Zuschlag ist Zuschlag: Wenn bei einer Internet-Auktion der virtuelle Hammer fällt, muss der Anbieter liefern - auch wenn ihm der Versteigerungserlös für das angebotene Produkt letztendlich zu niedrig ist. Das Oberlandesgericht Hamm hat in einem am Donnerstag verkündeten Urteil Online-Auktionen nun doch für verbindlich erklärt (Az.: 2 U 58/00).

Der Kläger in dem in Hamm verhandelten speziellen Fall hatte bei dem Internet-Auktionshaus Ricardo.de einen Neuwagen für rund die Hälfte des Listenpreises ersteigert. Daraufhin hatte sich der anbietende Händler geweigert, dem Kunden das Auto zu liefern: Er habe mit der Versteigerung lediglich Interessenten auffordern wollen, Angebote für den Wagen abzugeben. Das Landgericht Münster hatte im Januar in einer Aufsehen erregenden Entscheidung dieser Sicht der Dinge zugestimmt.

Anders die Berufungsinstanz: Bereits das Freischalten der Internet-Seite sei ein verbindliches Angebot zum Abschluss eines Kaufvertrags - daran änderten auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Ricardo.de nichts, erkannten die Richter in Hamm. Nimmt der Käufer an, müsse sich der Verkäufer letztlich auch beim Wort nehmen lassen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig: Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache für die Zukunft des Handels und von Auktionen im Internet wurde die Revision zum Bundesgerichtshof zugelassen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben