Wirtschaft : Internet: Computer-Kriminalität gefährdet den Staat

msh

Öffentliche Einrichtungen und Unternehmen schützen ihre Computernetze und Datenbestände derzeit nur völlig unzureichend vor Angriffen aus dem Internet. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens zum Thema Cybercrime, das die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung am Montag in Berlin vorstellte. "Es besteht die reelle Gefahr, dass das Internet ein Kriegsschauplatz wird", sagte Jo Groebel vom Europäischen Medieninstitut in Düsseldorf und einer der Autoren der Studie. "Ein effektiver Schutz existiert derzeit nicht." Die bestehenden Sicherheitssysteme können von Hackern mit geringem finanziellen Aufwand und mit grundlegenden Computerkenntnissen überwunden werden. Der Grund für die Anfälligkeit des Internet liege in seiner dezentralen Struktur. Die globalen Computernetze sind anonym und überkomplex. Das erschwere die wirksame Verfolgung krimineller Hacker. Terroristen nutzen das Internet als Informations- und Kommunikationsmedium. "Kriegspropaganda, die Absprache von Terrorakten per E-Mail oder Webseiten mit Anleitungen zum Bombenbau sind keine Seltenheit", berichtete Groebel. Auch die Terrorgruppe von Osama bin Laden nutze das Internet. Der amerikanische Hacker-Jäger John Vranesevich berichtete von einem Fall, bei dem ein Unterstützer bin Ladens einen Hacker engagieren wollte. Der unter dem Namen Chameleon arbeitende, damals 17-jährige Hacker war zuvor in das Computersystem des amerikanischen Verteidigungsministeriums eingedrungen. Die Frage sei jetzt, wie die Politik auf die bedrohung aus dem Cyberspace reagiere. Es sei keine Lösung, die persönliche Freiheit zugusten von mehr Sicherheit aufzugeben.

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