• Internet-Finanzportal: Gemeinschaftsunternehmen von Reuters und Handelsblatt wendet sich an private Investoren

Wirtschaft : Internet-Finanzportal: Gemeinschaftsunternehmen von Reuters und Handelsblatt wendet sich an private Investoren

Die internationale Nachrichtenagentur Reuters und die Verlagsgruppe Handelsblatt haben den Start eines gemeinsamen Internet-Finanzportals für private Investoren vereinbart. Beide Unternehmen gaben die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens bekannt. Das Angebot umfasse in erster Linie Finanznachrichten und Unternehmens-Analysen. Es solle private Investoren bei Anlage-Entscheidungen und bei der Verwaltung ihrer Depots unterstützen. Der Start des Finanzportals sei noch vor Ende des Jahres geplant.

Nach Angaben der beiden Unternehmen werden neben den deutschen Standardwerten insbesondere der Neue Markt und Börsengänge im Zentrum des Informationsangebots stehen. Ferner sollen Kurse in Echtzeit, Informationen von den internationalen Börsen und Instrumente zur individuellen Depotverwaltung zur Verfügung gestellt werden. Die Suche nach weiteren Wirtschafts- und Finanzinformationen werde durch Links zu den Websites von Reuters und des Handelsblatts erleichtert. Die Handelsblatt-Gruppe biete Interessenten Zugang zu den Websites von "Handelsblatt", "Wirtschaftswoche", "DM" und "Telebörse". Reuters biete Zugriff auf Analysen über die Wertentwicklung von Investmentfonds der Reuters-Tochtergesellschaft Lipper und auf Analysten-Einschätzungen von Multex Investor Europe, einem Gemeinschaftsunternehmen von Reuters und Multex.com.

Zielgruppe sind nach Angaben der beiden Partner rund fünf Millionen Online-Investoren. Innerhalb der nächsten fünf Jahre, werde sich diese Zahl auf schätzungsweise rund neun Millionen erhöhen. Sitz des neuen Unternehmens werde Frankfurt am Main sein. Dort werde ein Team von etwa 30 Journalisten und Analysten das Portal betreuen.

Heinz-Werner Nienstedt, Sprecher der Geschäftsführung des Handelsblatt-Verlags, wies in der Mitteilung darauf hin, dass die neue Gesellschaft von zwei der stärksten Anbieter von Finanzinformationen in Deutschland getragen werde. "Wir wollen die erste Adresse für Investoren werden, wenn es um Einschätzungen und Analysen zu den Finanzmärkten in Deutschland und weltweit geht", erklärte Nienstedt. Nach den Worten von Mark Wood, Vorstand Reuters Content Partners, zeigt das Gemeinschaftsunternehmen das Engagement von Reuters, das Internet für die Finanzmärkte zu erschließen. "Das steht im Einklang mit unserer Ankündigung vom Februar, die Nutzung von Internet-Technologie voranzutreiben und neue Produkte für den Markt der Privatanleger zu entwickeln." Reuters teilte mit, es arbeite ungeachtet des Gemeinschaftsunternehmens weiter an der Entwicklung eines eigenen Finanz-Portals für private Investoren.

Wood und Nienstedt werden nach Angaben der Unternehmen abwechselnd den Vorsitz des Gemeinschaftsunternehmens übernehmen, das beiden Partnern zu gleichen Teilen gehöre. Es sei die erste formelle Kooperation von Reuters und der Verlagsgruppe Handelsblatt. Gewinne und Kosten würden gemeinschaftlich getragen, Einnahmen unter anderem aus Bannerwerbung und Transaktionsgebühren erwartet, teilten die Unternehmen mit. Weitere Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit würden ausgelotet.

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