Internet-Kriminalität : Regierung will Hacker erwischen

Mit einer deutlichen Verschärfung des Strafrechts will die Bundesregierung gegen den Datenklau im Internet sowie die Sabotage von Computern vorgehen.

Berlin - Das Bundeskabinett verabschiedete einen entsprechenden Gesetzentwurf, teilte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) mit. Damit sollten auf der Grundlage europäischer Vorgaben letzte Lücken im deutschen Strafrecht geschlossen werden, erklärte sie.

Die Regelungen sehen unter anderem vor, dass generell der Zugriff auf privat übertragene Daten durch einen nicht befugten Dritten strafbar ist. Ferner soll künftig auch die Sabotage privater Datenverarbeitungssysteme unter Strafe gestellt werden; bislang galt dies nur für Betriebe, Unternehmen und Behörden. Bestraft werden sollen auch "Denial of Service"-Attacken; dies sind gezielte Angriffe auf einen Server mit Hilfe massenhafter Anfragen, durch den das System überlastet und zum Stillstand gebracht wird. Besonders schwere Fälle von Computersabotage sollen mit bis zu zehn Jahren Haft bestraft werden.

Hacken soll strafbar werden

Außerdem soll mit dem neuen Gesetz klargestellt werden, dass das so genannte Hacking, also der unbefugte Zugriff auf besonders geschützte Daten unter Umgehung von Sicherheitsvorkehrungen, strafbar ist. Auch das Herstellen, die Beschaffung sowie die Verbreitung von so genannten Hacker-Tools, also von Software, die das Eindringen in geschützte Systeme erlaubt, soll unter Strafe gestellt werden.

Zypries hob hervor, dass Deutschland zwar schon heute über ein weitreichendes Computerstrafrecht verfüge. So sei etwa das "Phishing", also der Klau von Passwörtern und anderen Konto-Zugangsdaten etwa über gefälschte Webseiten oder trügerische E-Mails, bereits strafbar. Doch führe die rasante Entwicklung der Informationstechnologie "immer wieder zu neuen kriminellen Gefahren und Missbrauchsmöglichkeiten", begründete die Ministerin den neuen Gesetzesplan. (tso/AFP)

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