Internet : Microsoft verschärft Angriff auf Google

Der Konkurrenzkampf zwischen Microsoft und Google bei der Internet-Suche wird schärfer. Der weltgrößte Softwarekonzern hat den führenden Suchmaschinen-Anbieter beim Online-Kaufhaus Amazon ausgebootet.

New York - Seit wenigen Tagen greift Amazon auf seinen amerikanischen Seiten statt auf Google auf die Microsoft-Suchmaschine zurück. Und mit der neuen Version seines Internet Explorers will der Softwareriese weitere an Boden gewinnen. Dagegen hat sich Google einem Bericht der "San Jose Mercury News" zufolge bereits bei den Wettbewerbshütern in Europa und den USA beschwert.

Microsofts neuer Browser Internet Explorer 7 solle eine Suchbox enthalten, bei der zum Teil Microsofts eigene Suchmaschine MSN Search vorinstalliert ist. Wer mit Google direkt über die Explorer- Funktionen suchen wolle, müsse eine Liste von zwei Dutzend Angeboten durchgehen, hieß es. Google sieht das dem Bericht zufolge als eine erhebliche Behinderung im Wettbewerb an. "Unsere stärksten Befürchtungen betreffen den Nutzer", zitiert die Zeitung Google- Managerin Marissa Mayer. "Unternehmen sollten zum Vorteil der Nutzer mit der Qualität ihrer Suchservices in Wettbewerb treten."

Seit wenigen Tagen nutzen die Such-Angebote A9.com und Alexa.com des Online-Einzelhändlers Amazon statt Google die Suchtechnologie von Microsoft. Die Vereinbarung sei Teil eines allgemeineren Plans, die Windows-Live-Suche mehr Verbrauchern anzubieten, sagte Microsoft- Manager Justin Osmer der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die Verträge mit Google seien ausgelaufen, sagte David Tennenhouse, A9.com-Chef.

Dem Marktforschungsunternehmen Nielsen/NetRatings zufolge hält Google derzeit in Nordamerika 49 Prozent des Suchmaschinenmarktes, Microsoft dagegen nur 11 Prozent. Zwischen Amazon und Google wächst inzwischen jedoch ebenfalls die Rivalität. So bietet der Online- Händler mit A9.com eine eigene Suchseite, die nach Kartenansichten oder nach Nachrichten wie auch Google mit Google Maps und Google News sucht. Zuletzt warb Google seinem Rivalen im vergangenen Februar mit dem Wissenschaftler Udi Manber den ehemaligen A9.com-Chef ab. (tso/dpa)

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