Wirtschaft : Internet-Wirtschaft: Wettbewerb im Cyberspace

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Für die Internet-Wirtschaft muss die Wettbewerbspolitik nicht verändert werden. Zu diesem Schluss kommt Bundeswirtschaftsminister Werner Müller und ein Gutachten des wissenschaftlichen Beirates beim Bundesministerium für Wirtschaft. Allerdings seien "zum Teil tiefgreifende Veränderungen" in der Anwendungspraxis der Kartellbehörden notwendig, betonte Wernhard Möschel, Beiratsvorsitzender und Professor an der Universität Tübingen. Das Internet fördere zwar nicht allgemein die Konzentration, doch täten sich durch die Besonderheiten der Cyberspace-Wirtschaft neue Gefahren auf. So versuchten Unternehmen, in der Forschung & Entwicklung Monopole aufzubauen.

Eine Änderung des geltenden Kartellrechtes sei nicht erforderlich, weil die Regeln "sehr abstrakt" seien, sagte Möschel. Es sei Sache der Kartellbehörden, bei der Anwendung der Generalklauseln auf die Besonderheiten der Internetbranche einzugehen. Als besondere Eigenheiten des Cyberspaces hob das Gutachten neben niedrigen Transaktionskosten die Bedeutung der Forschung & Entwicklung als wichtigster Wettbewerbsfaktor hervor. Künftig müsse nicht nur nach den aktuellen Produkten, sondern auch nach den Nachfolgeprodukten beurteilt werden, ob ein Monopol oder Kartell (siehe Lexikon) drohe. Das Gutachten steht im Internet unter der Adresse www.bmwi.de.

Unterdessen steigt die Zahl der deutschen Internet-Nutzer rasant. Wie eine Umfrage des Münchner Online-Vermarkters SevenOne Interactive ergab, sind in diesem Jahr laut AFP bereits sieben Millionen Menschen erstmals Online gegangen. Damit stieg die Zahl der Surfer auf 27,1 Millionen Menschen oder 42,6 Prozent aller Deutschen ab 14 Jahren.

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