Internet : Yahoo streicht 1000 Stellen

Der Suchmaschinenbetreiber Yahoo plant nach einem erneuten Gewinneinbruch massive Stellenstreichungen. Wenn Konzernchef Yang das Unternehmen nicht wieder auf Erfolgskurs trimmt, könnte es zum Übernahmeziel werden.

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Bleibt beim Rennen auf dem Internetmarkt auf der Strecke: Yahoo. - Foto:AFP

SunnyvaleRund 1000 der weltweit 14.300 Arbeitsplätze gehen verloren. Im laufenden Jahr sei Yahoo weiter deutlichem Gegenwind ausgesetzt, warnte Konzernchef und Firmenmitgründer Jerry Yang. Yahoo kämpft bei der Internetsuche und im Anzeigengeschäft mit der Übermacht des Konkurrenten Google.

Der Stellenabbau werde gezielt und nicht einfach quer durch alle Bereiche erfolgen, kündigte Yang gestern abend nach Börsenschluss in einer Telefonkonferenz an. Auch das Europageschäft steht auf dem Prüfstand. Hier läuft das Geschäft deutlich schlechter als in anderen Regionen.

Aktie stürzt heftig ab

Der Gewinn des Internet-Konzerns brach im Schlussquartal 2007 um fast ein Viertel auf rund 206 Millionen Dollar ein. Der Umsatz stieg dagegen um knapp acht Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro), teilte Yahoo am Firmensitz in Sunnyvale (Kalifornien) mit.

Yahoo schnitt mit seinen Zahlen zwar besser ab als von Analysten erwartet. Der warnende Ausblick aufs laufende Jahr enttäuschte die Anleger jedoch. Die Aktie fiel im nachbörslichen Handel um mehr als zehn Prozent auf rund 18,60 Dollar.

Unternehmen wird zum Übernahmekandidaten

In den vergangenen zwölf Monaten verlor die Yahoo-Aktie mehr als ein Viertel ihres Werts. Manche Analysten sehen Yang bereits am Scheideweg: Entweder er bringe sein Unternehmen rasch auf Erfolgskurs zurück oder Yahoo werde wegen des Kursrutsches zum Übernahmeziel. Bei seiner Rückkehr an die Konzernspitze im vergangenen Sommer hatte Yang durchgreifende Veränderungen binnen 100 Tagen angekündigt. Diese stehen laut Kritikern noch aus.

Bei der Internet-Suche fällt Yahoo immer mehr hinter Google zurück. Auch bei der Zahl der Nutzer hat der Rivale mittlerweile Yahoo überholt. Google legt seine Zahlen morgen vor. (ut/dpa)

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