Wirtschaft : Interseroh spart sich in die schwarzen Zahlen

Andreas Menn
Aus Alu wird Dose.
Aus Alu wird Dose.Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Köln - Der börsennotierte Umweltdienstleister und Rohstoffhändler Interseroh hat das Geschäftsjahr 2009 mit einem positiven Ergebnis abgeschlossen. Trotz der Wirtschaftskrise verzeichnet das Unternehmen der Berliner Alba-Gruppe ein Vorsteuerergebnis (EBT) von 3,81 Millionen Euro (2008: 5,9 Millionen Euro). „Durch Hunderte von Einzelmaßnahmen konnten wir im abgelaufenen Jahr einen großen Teil der krisenbedingten Effekte kompensieren“, erklärte Vorstandschef Axel Schweitzer am Mittwoch in Köln. Der Umsatz sank von 2,1 Milliarden Euro auf 1,3 Milliarden Euro, die Dividende auf 11 Cent.

Das Marktumfeld des Recycling-Unternehmens hatte sich im Zuge der Rezession erheblich verschlechtert: Die Rohstoffpreise und die Nachfrage unter anderem nach Stahlschrotten brachen massiv ein. „Die Wirtschaftskrise hat die Rohstoffmärkte extrem hart getroffen“, sagte Schweitzer. „In Deutschland ging die Rohstahlproduktion um 28,7 Prozent zurück und fiel damit auf den Stand von vor 46 Jahren.“ Entsprechend sank der Umsatz in der Geschäftssparte Stahl- und Metallrecycling bei Interseroh von 1,6 Milliarden Euro 2008 auf rund 833 Millionen Euro. Auch im Rohstoffhandel musste das Unternehmen deutliche Umsatzrückgänge verkraften. Unter anderem ging der Altpapier-Handel wegen massiver Produktionsrückgänge in der deutschen Papierindustrie um rund 20 Prozent zurück. Die Menge an gehandelten Kunststoffen konnte Interseroh dagegen um fast 50 Prozent steigern. Im Dienstleistungsgeschäft, dem zweitgrößten Bereich von Interseroh, blieben die Umsätze im vergangenen Jahr stabil.

Dank schneller Maßnahmen habe das Unternehmen ab dem ersten Quartal 2009 rund 17 Millionen Euro eingespart, sagte Schweitzer weiter. Dafür reduzierte Interseroh unter anderem die Leerfahrten seiner LKW und die Versicherungskosten. Als Erfolg bezeichnete Schweitzer den Aufbau eines Kreislaufsystems für Obst- und Gemüsekisten bei einem großen Lebensmitteldiscounter. Die Kisten werden bei Interseroh gewaschen und können mehr als hundert Mal wieder verwendet werden.

Für das laufende Jahr zeigte sich Schweitzer vorsichtig optimistisch. „Die Wirtschaftskrise ist noch nicht vorbei“, sagte er. „Die Rohstoffmärkte werden in Zukunft vermehrt Kängurusprünge erleben.“ Trotzdem sei Interseroh mit der Optimierung der Unternehmensstruktur und der Erschließung neuer Handelswege nach Asien auf dem richtigen Weg. „Wir erwarten für 2010 eine deutliche Steigerung unseres Ergebnisses“, sagte Schweitzer. Andreas Menn

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