Wirtschaft : Intershop: Der Softwareanbieter kann die Zweifel der Börse nicht zerstreuen

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Der angeschlagene Softwareanbieter Intershop hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis zum Jahresende schwarze Zahlen zu schreiben. Ungeachtet zweistelliger Millionenverluste, die das Unternehmen in den vergangenen Monaten aufgehäuft hat und die die Umsätze weiterhin übersteigen, zeigte sich der Vorstand zur Zwischenbilanz optimistisch. Es bleibe allerdings "eine Unsicherheit angesichts der anhaltenden weltweiten Flaute bei Investitionen im Informationstechnik-Bereich", hieß es am Mittwoch in einer Mitteilung.

Die Erwartungen der Analysten wurden teilweise enttäuscht, obwohl die Intershop Communications AG im zweiten Quartal 2001 eine leichte Verbesserung bei Umsatz und Ergebnis gegenüber dem ersten Quartal vorweist. Der Umsatz belief sich den Angaben zufolge im zweiten Quartal auf 22,0 Millionen Euro, nach 20,3 Millionen Euro im Vorquartal und 32,6 Millionen Euro im Vorjahresquartal. Der Fehlbetrag verringerte sich gegenüber den ersten drei Monaten von 34,6 auf 28,3 Millionen Euro. Im zweiten Quartal des Vorjahres wies Intershop noch einen Gewinn von 1,3 Millionen Euro aus. Analysten hatten für das zweite Quartal im Durchschnitt mit einem Umsatz von 23,7 Millionen Euro und einem Verlust von 21,42 Millionen Euro gerechnet. An der Börse wurden Intershop-Aktien am Mittwoch verkauft. Bis zum Nachmittag verlor das Papier 16,7 Prozent auf 3,50 Euro.

Der Vorstand sieht zwar Fortschritte des Kostensenkungsprogramms, das im Januar als Reaktion auf das Desaster im US-Geschäft gestartet wurde. Im Gesamtjahr rechnet Intershop aber nicht mehr damit, den Umsatz des Vorjahres in Höhe von 123 Millionen Euro zu erreichen. Ursprünglich waren bis zu 160 Millionen Euro angepeilt worden. Trotz weiteren Personalabbaus um sechs Prozent auf derzeit 1100 Angestellte haben sich die finanziellen Reserven im zweiten Quartal weiter verringert. Die Gesamtliquidität ging von 75,8 Millionen Euro Ende März auf 55,6 Millionen zurück.

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