Wirtschaft : Intershop geht, das Internet bleibt

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Von Maurice Shahd

Stephan Schambach ist nicht der erste, aber sicher einer der letzten Stars der InternetWirtschaft, die es getroffen hat: Der Gründer und Chef des Softwareunternehmens Intershop muss gehen. Sein Unternehmen, vor zwei Jahren noch mit Tausenden von Mitarbeitern in allen Erdteilen präsent, ist nun wieder da, wo es angefangen hat: in Jena, von schwersten Existenzsorgen geplagt. Intershop, das Software für Online-Shops entwickelt, muss noch einmal drastisch sparen. Die wilde Expansion der Vergangenheit könnte dem Unternehmen jetzt das Genick brechen.

Mit dem Überlebenskampf von Intershop und dem Tod hunderter Internetfirmen in den vergangenen Jahren neigt sich der Ausleseprozess der Branche dem Ende zu. Milliarden von Euro und Dollar wurden vernichtet, Millionen von Anlegern weltweit enttäuscht, oft betrogen. War also alles nur Illusion? Nein, im Gegenteil: Konsumenten und Firmen kaufen immer mehr im Internet ein, die Unternehmen gestalten ihre Geschäftsprozesse über das Netz effizienter, als Informationsquelle ist das Web längst unverzichtbar geworden. Den Großteil dieses Geschäfts haben die etablierten Firmen übernommen: Software-Hersteller wie Microsoft, IT-Dienstleister wie Accenture, sogar Hardware-Produzenten wie IBM. Auch bei den Internetfirmen gibt es Überlebende. Das Auktionshaus Ebay, der Online-Händler Amazon oder das Internetportal Yahoo machen Gewinne. Für die Anleger und für die Beschäftigten der gescheiterten Unternehmen ist das kein Trost. Aber es zeigt, dass es auch New-Economy- Unternehmen gibt, die zeigen, dass nicht nur das Netz funktioniert, sondern dass man dort auch Geld verdienen kann.

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