Wirtschaft : Intershop muss immer noch sparen

Software-Hersteller verbucht wieder kleinen Quartalsgewinn

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Jen a/Berlin (dpa/Tsp). Nach drastischer Schrumpfkur hat der Jenaer SoftwareHersteller Intershop erstmals seit eineinhalb Jahren auf Quartalsbasis den Sprung aus den roten Zahlen geschafft. In den letzten drei Monaten 2002 sei bei gestiegenen Umsätzen ein annähernd ausgeglichenes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erzielt worden, teilte der Vorstand am Mittwoch in Jena mit. Die Prognose, die zwischenzeitlich wankte, wurde damit eingehalten. Angesichts der Investitionszurückhaltung von Großunternehmen hatte Finanzvorstand Jürgen Schöttler zuletzt für das vierte Quartal ein negatives Ergebnis von bis zu drei Millionen Euro für möglich gehalten. Unter Hinweis auf die anhaltende Unsicherheit im Software-Markt kündigte Intershop ein weiteres Sparprogramm noch in diesem Jahr an. Voraussichtlich ab April sollen die Betriebskosten des börsennotierten Unternehmens um etwa ein Fünftel auf 13 Millionen Euro pro Quartal sinken. Die Restrukturierungskosten wurden mit etwa 1,5 Millionen Euro angegeben. Die Sparaktion sei eine „Vorsichtsmaßnahme“, um für Marktschwankungen gerüstet zu sein, teilte das Unternehmen mit. Erneute Stellenstreichungen seien damit nicht zwangsläufig verbunden. Allein 2002 hatte Intershop die Zahl der Beschäftigten um ein Drittel auf derzeit rund 500 verringert. Vor dem Hintergrund des technischen Potenzials und einer neuen Produktlinie „wird Intershop am 23. Januar 2003 seine fokussierte Marktstrategie bekannt geben“, hieß es weiter in der Mitteilung des Unternehmens.

Der Vorstand berichtete am Mittwoch von einem deutlichen Umsatzanstieg im vierten Quartal im Vergleich zu den vorangegangen drei Monaten, in denen die Erlöse des Software-Unternehmens von 12,1 Millionen auf 8,9 Millionen Euro gesunken waren. Auch der Barmittelbestand, der zuletzt 20,4 Millionen Euro betrug, sei wieder gestiegen. „Wir haben Geld im operativen Geschäft verdient“, hieß es im Umfeld des Vorstands. An der Frankfurter Börse verloren Intershop-Aktien am Mittwoch dennoch knapp drei Prozent auf 2,82 Euro.

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