Wirtschaft : Intertainment: US-Gerichte entscheiden über die Zukunft der AG

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Die Zukunft der Intertainment AG, Ismaning bei München, entscheidet sich demnächst vor US-Gerichten. Wichtigster Streitfall ist dabei die Klage des Koproduzenten großer Hollywood-Filme gegen seinen Hauptgeschäftspartner Franchise Pictures wegen Budgetbetrugs, machte Intertainment-Chef Rüdiger Baeres zur Bilanzvorlage in München klar. Der US- Filmproduzent habe mit betrügerisch aufgeblähten Filmbudgets operiert und bei Intertainment als Mitfinancier bislang gut 40 Millionen Mark zu viel kassiert.

Zugleich klagen die Münchner gegen die US-Bank Imperial, die die Praktiken unterstützt habe, sagte Baeres. Ein Urteil erwartet er diesen Sommer. Dabei geht der Manager davon aus, dass die US-Gerichte auf eine Rückzahlung der beanstandeten Summe entscheiden. In diesem Fall könnten dieses Jahr fünf bis sechs Franchise-Filme profitabel ausgewertet werden. Das lasse einen auf gut 315 Millionen Mark knapp verdoppelten Umsatz und ein auf 60 Millionen Mark verdreifachtes Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit erwarten. Falls die US-Richter keine Rückzahlung anordnen, würde der Gewinn dieses Jahr bei gleichem Umsatz voraussichtlich bei rund 20 Millionen Mark stagnieren, räumte Baeres ein. Würden die US-Justiz ferner die Franchise-Praktiken für das gesamte Paket der mit Intertainment unterzeichneten Verträge akzeptieren, drohe im schlimmsten Fall ein Verlust von 29 Millionen Mark.

Die Münchner haben bis Mai 2005 die europäischen und chinesischen Rechte an mindestens 60 Franchise-Filmen erworben und tragen dafür 47 Prozent der Produktionskosten. Ob Intertainment angesichts der Lage mit dem US-Partner Franchise brechen wird, ließ Baeres offen.

Im Vorjahr hatte das am Neuen Markt notierte Medienunternehmen den Umsatz auf 171 Millionen Mark gut verdreifacht, wobei der Jahresüberschuss um knapp ein Fünftel auf elf Millionen Mark zurückgegangen ist. Damit blieben die Münchner wegen der Probleme mit Franchise weit hinter den ursprünglichen Plänen zurück.

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