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Interview : „Die Kommunen sind gefragt“

07.01.2013 16:01 Uhrvon
Georg Fahrenschon (44) ist seit Mai 2012 Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Zuvor war er von 2008 bis 2011 Finanzminister in Bayern. Von 2002 bis 2007 saß er für die CSU im Bundestag, anschließend war Fahrenschon Staatssekretär im Finanzministerium. Der Diplom-Ökonom ist Aufsichtsratschef der Landesbank Berlin AG. Fahrenschon ist verheiratet und hat zwei Töchter. Foto: IMAGOBild vergrößern
Georg Fahrenschon (44) ist seit Mai 2012 Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Zuvor war er von 2008 bis 2011 Finanzminister in Bayern. Von 2002 bis 2007... - Foto: IMAGO

Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon über den Immobilienmarkt in Berlin und Deutschland.

Herr Fahrenschon, Sie sind seit Mai in Berlin. Haben Sie eine Wohnung gefunden?

Nein, wir suchen noch.

Würden Sie eine Eigentumswohnung in Mitte oder Prenzlauer Berg kaufen?

In Mitte gibt es das ein oder andere interessante Projekt mit attraktiven Wohnungen, das mir gefallen könnte.

Aber? Zu teuer? Die Preise im Berliner Zentrum sind in den jüngster Zeit explodiert.

In einzelnen Ballungsräumen wie Hamburg, München oder Berlin gilt die alte Grundregel beim Immobilienkauf: Was zählt, ist die Lage, die Lage und nochmals die Lage.

Wenn es eine Immobilie ist, die einem zusagt, in guter Lage und mit einem realistischen Preis – warum nicht?! Die Entwicklung in Berlin geht nach oben.

Sie müssten sich womöglich – bei Quadratmeterpreisen jenseits von 5000 Euro – mit griechischen Millionären oder britischen Pensionsfonds um die Wohnung streiten.

Möglich. Seit einiger Zeit kaufen Anleger Immobilien in Berlin. Nicht unbedingt, um sie zu bewirtschaften, sondern nur, um sie zu halten. Weil sie davon ausgehen, dass viele Immobilien in Berlin an Wert gewinnen. Als privater Käufer sollte man sich daher vielleicht überlegen, ob man statt nach Mitte in die traditionellen Wohnviertel zieht wie Charlottenburg oder Steglitz.

Wie erklären Sie sich, dass es im alten Jahr einen solchen Run auf Wohnimmobilien in deutschen Großstädten gegeben hat?

Dafür gibt es – auch unabhängig von der aktuellen Niedrigzinsphase – mehrere Gründe. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden war in Deutschland immer schon ausgeprägt. Zudem sind die Ansprüche an die Größe des eigenen Wohnraums gestiegen. Weil Städte wie Berlin täglich an Attraktivität gewinnen, zieht es viele Menschen in die Metropolen. Und schließlich sagen sich viele: Die Immobilie ist unter den verschiedenen Vermögensanlagen etwas Bleibendes.

Nicht wenige Experten, darunter die Bundesbank, der Finanzvorstand der Allianz oder die Dekabank, sagen aber, dass all dies bereits Züge einer Immobilienblase trägt. Teilen Sie diese Einschätzung?

Von einer nationalen Immobilienblase zu sprechen, halte ich derzeit nicht für richtig. So habe ich auch die Bundesbank nicht verstanden. Aber wir haben in einzelnen städtischen Regionen Überhitzungen. Dort gilt es, genau zu prüfen, ob die Preise noch realistisch sind. In Ballungszentren, wo internationale Investoren engagiert sind, liegen die Immobilienpreise teilweise am oberen Rand.

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