INTERVIEW : „Ein Börsengang ist kein Spurt, sondern ein Langstreckenlauf“

Herr von Hammerstein, die Kabel- Deutschland-Aktie notiert kaum über dem Ausgabepreis. Nicht gerade eine euphorische Begrüßung …

Ein Börsengang ist kein Spurt, sondern ein Langstreckenlauf. Es ist gut gelaufen, wir sind zufrieden. Unsere Aktionäre werden Freude an unserem Papier haben.

Schade, dass Ihr Eigentümer Providence den Emissionserlös von 760 Millionen Euro kassiert und nicht Kabel Deutschland selbst – oder?

Wir haben einen starken Cashflow und können aus eigener Kraft unsere Wachstumspläne umsetzen – und gleichzeitig Schulden reduzieren.

Das Unternehmen ist mit drei Milliarden Euro verschuldet. Hätten Sie nicht frisches Geld gebrauchen können?

Wir entschulden aus dem Nettozufluss liquider Mittel. Das ist absolut in Ordnung. Sie dürfen nicht vergessen, Providence ist seit sieben Jahren bei uns engagiert und hat erhebliche Investitionen mitgetragen. Dass der Private-Equity-Geber nun einen Teil verkauft, ist in Ordnung. So ist das Geschäftsmodell. Ich werte es als Vertrauensbeweis, dass Providence weiter investiert bleibt.

2008/09 hat Kabel Deutschland Verlust gemacht. Gibt es eine Dividende?

Wir fassen erst ab 2012 eine Dividende ins Auge. Das haben die Investoren auch verstanden.

Wird Kabel Deutschland der Telekom und anderen Providern Marktanteile im Internetgeschäft wegnehmen?

Wir sind 2006 bei null gestartet und haben im Kabelgeschäft insgesamt schon einen Marktanteil von zehn Prozent. Mehr als eine Million unserer neun Millionen Kunden nutzt Internet und Telefonie über das Kabel. Mit 32-Megabit-Produkten bieten wir doppelte DSL-Geschwindigkeit, und wir kommen jetzt mit 100-Megabit- Angeboten. Unser Preis-Leistungs- Vorsprung vergrößert sich. mot

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