Interview : "Es hat eine Kriegserklärung gegeben"

Winfried Seibert ist Rechtsanwalt in Köln. Zu seinen Mandanten zählt auch der ehemalige Siemens-Chef und frühere Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer, der nun vom Siemens-Konzern verklagt werden soll.

Seibert
Winfried Seibert, Rechtsanwalt. -Foto: promo

Herr Seibert, Siemens will Ihren Mandanten Heinrich von Pierer auf Schadenersatz verklagen ...

Mein Mandant nimmt diese Entscheidung mit großer Betroffenheit und mit Bedauern zur Kenntnis.

Was werden Sie tun?

Selbstverständlich werden wir uns zur Wehr setzen.

Wie?

Zunächst einmal ist die Gegenseite am Zug. Wir wissen ja noch gar nicht, was da genau kommt. Es hat eine Kriegserklärung gegeben, aber noch ist kein Schuss gefallen. Bis wir nicht ein Schreiben vom Aufsichtsrat bekommen haben, sind wir zum Warten verurteilt. Dann werden wir die Vorwürfe genau prüfen.

Was passiert dann?

Sollte die Schadenersatzklage vor Gericht kommen, dann spricht vieles dafür, dass das Gericht im Hinblick auf das Ordnungswidrigkeitenverfahren die Sache aussetzen wird, in dem es ja auch über den Vorwurf der Vernachlässigung der Aufsichtspflicht geht.

Wird Herr Pierer Geld aus der eigenen Tasche zahlen müssen, oder zahlt das sowieso alles die Managerhaftpflichtversicherung?

Hierzu kann ich keine Erklärung abgeben.

Wie könnte Herr von Pierer sich gegen eine solche Klage verteidigen?

Das muss jetzt nicht entschieden werden, schon gar nicht von mir. Das wird sein Verteidiger zu gegebener Zeit tun.

Was halten Sie von der Argumentation, Siemens sei womöglich unter dem Strich gar kein Schaden entstanden, weil das Unternehmen vielmehr von den Milliardenaufträgen profitiert habe, die an Land gezogen wurden?

Kein Kommentar.


Winfried Seibert ist Rechtsanwalt in Köln. Zu seinen Mandanten zählt auch der ehemalige Siemens-Chef und frühere Aufsichtsratsvorsitzende Heinrich von Pierer. Mit ihm sprach Corinna Visser.

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