Wirtschaft : Investieren in Polen soll leichter werden

BERLIN (asi).Die polnische Regierung will Investitionsbedingungen für Ausländer im Land noch in diesem Jahr wesentlich verbessern.Bis zur Jahresmitte erwartet dazu das Warschauer Wirtschaftsministerium die Bestätigung eines umfangreiches Gesetzespaketes durch das polnische Parlament Sejm.Anna Skowro¿nska-Luczi¿nska, Staatsekretärin im Warschauer Wirtschaftsministerium, sagte dazu am Dienstag in Berlin, "spätestens im kommenden Jahr werden ausländische Unternehmen polnischen Wettbewerbern gleichgestellt".Erleichterungen verspricht die polnische Regierung vor allem hinsichtlich der Niederlassungsfreiheit, der Steuergesetzgebung und der Zertifizierungsregeln für ausländische Produkte.

Die bisher noch bestehenden Hürden haben allerdings dem internationalen Warenaustausch mit Deutschlands östlichem Nachbarn kaum geschadet.Im vergangenen Jahr haben Ausländer in Polen rund 10 Mrd.Dollar investiert, etwa ein Drittel mehr als 1997.Erstaunlich daran ist, daß die polnische Wirtschaft im vergangenen Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 6,8 Prozent hinter dem Vorjahreswert lag und Experten erwartet haben, daß sich das internationale Investitoreninteresse dieser Stagnation der Wirtschaftsentwicklung anpassen wird.

Doch auch in diesem Jahr (erwartetes Bip-Wachstum 4,8 Prozent) geht die Warschauer Agentur für Ausländische Investitionen Paiz von einer nochmaligen Steigerung des internationalen Investments auf 11 Mrd.Dollar aus.Allein deutsche Unternehmen investierten 1998 1,4 Mrd.Dollar (in erster Linie in neue Betriebe "auf der grünen Wiese").Besonders stolz sind die Polen auf die Entwicklung ihres Mittelstand.Heute gibt es etwa 2,5 Millionen Unternehmen mit bis zu 250 Beschäftigten.Auch ohne die Bauern zu zählen, ist beinahe jeder zehnte Pole sein eigener Chef.

Dennoch muß die polnische Wirtschaft weitere Restrukturierungsprozesse durchleben.Obwohl mehr als 4000 staatliche Betriebe schon privatisiert wurden, ging die Entstaatlichung langsamer voran als in Ungarn und Tschechien.Noch immer stehen Mitarbeiter von 2500 Betrieben auf der Gehaltsliste des Staates.Deren Privatisierung will die polnische Regierung in den kommenden zwei Jahren vorantreiben.Die Erlöse daraus (erwartet 30 Mrd.Dollar) wollen die Polen für die noch ausstehenden Reformen im Sozial- und Rentenbereich verwenden.Die notwendigen Gesetze sollen noch bis zum Jahresende den Sejm passieren.

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