Wirtschaft : Investitionszulage: Handel fordert Gleichbehandlung

Die Investitionszulage für ostdeutsche Handelsbetriebe soll nach einer Forderung des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) bis 2004 verlängert werden. Es sei nicht nachvollziehbar, dass der Industrie die Zulage noch bis 2004 gewährt werde, für den Handel die Regelung aber Ende 2001 auslaufen solle, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer, Holger Wenzel. "Wir kämpfen im Handel nicht für Subventionen, aber für eine strikte Gleichbehandlung aller Wirtschaftszweige."

Der HDE stellte eine Umfrage bei knapp 300 ostdeutschen Einzelhändlern vor, wonach rund 70 Prozent der kleinen und mittleren Betriebe die zehnprozentige Zulage für Investitionen seit 1996 mindestens einmal genutzt haben. Mehr als zwei Fünftel der Betriebe nutzten die Zulage mehrfach. Für viele Unternehmen sei die Zulage eine Voraussetzung dafür gewesen, die Investitionen in dem beabsichtigten Umfang vorzunehmen. Ein Zehntel der Betriebe hätte ohne die Zulage überhaupt nicht investiert. Zugleich habe die Zulage die Bonität der kleinen und mittleren Händler gestärkt, die nach wie vor Probleme bei den Banken hätten, einen Kredit zu bekommen, sagte Wenzel.

Trotz wichtiger Anstoßwirkungen habe das Investitionsvolumen mittelständische Dimensionen nicht überschritten. Den Staat dürfte die Zulage an den Handel kaum mehr als 90 Millionen Mark pro Jahr gekostet haben, was einem Anteil von zwei Prozent am Gesamtvolumen entspreche, sagte Wenzel. "Wer mit Macht die Revitalisierung der Stadtzentren vorantreiben will, muss Investitionen des Handels dort fördern." Bisher seien in Ostdeutschland mehr als die Hälfte der Einzelhandelsflächen außerhalb der zentralen städtischen Lagen.

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