Wirtschaft : Investment-Stil als neues Markenzeichen

FRANKFURT (MAIN) (ina/HB).Asset Management bleibt ein Wachstumsmarkt, aber die Anbieter müssen sich auf veränderte Rahmenbedingungen einstellen.Der zunehmende Konkurrenzkampf und der nahende Euro sind zwei der größten Herausforderungen.Darin waren sich viele Teilnehmer der Handelsblatt-Konferenz "Asset Management" in Frankfurt am Main einig.

Am gestrigen ersten Veranstaltungstag bezifferte Detlef Bierbaum das globale Wachstum in diesem Bereich auf 11,4 Prozent jährlich bis zum Jahr 2001.Von 1997 bis zum genannten Jahr wird laut dem Mitinhaber von Sal.Oppenheim, Köln, das verwaltete Vermögen von 57 auf 80 Billionen Dollar steigen.Der Wachstumsschub soll vor allen Dingen von den Privathaushalten kommen: "Altersvorsorge bleibt ein dominierendes Thema." Bierbaum definierte den "Investmentstil" als zentralen Erfolgsfaktor des Asset Managers: "Das Markenzeichen, mit dem sich die Investmentgesellschaft am Markt präsentieren kann."

Eine besondere Herausforderung sei das Management großer Privatvermögen: "Die klassische Anlageberatung muß zu einer aktiven Vermögensbetreuung weiterentwickelt werden." Im Rahmen dieser Finanzplanung seien Vermögensstrukturberatung, Liquiditätsplanung, steuerliche Beratung, Risikomanagement, Altersvorsorgeplanung und Hilfestellung beim geordneten Übergang der eigenen Firma gefragt.

Dr.Harald Glocker, Geschäftsführer von ABNAmro Asset Management (Deutschland), rollte das Thema Asset Manager im europäischen Umfeld aus der Sicht eines ausländischen Anbieters in Deutschland auf.Er ist ebenfalls vom Wachstum des Marktes bei gleichzeitigen strukturellen Veränderungen überzeugt.Für Glocker ein entscheidendes Kriterium für den Erfolg im Asset Management: "Die Fähigkeit zum Management von Aktienfonds." Seiner Meinung nach wird der Trend der vergangenen Jahre in Euroland, der von einer Verlagerung der Fondsvermögen hin zu Aktienfondsprodukten gekennzeichnet ist, anhalten.Bei der Produktgestaltung sieht Glocker zwei Entwicklungen: zum einen die zur Spezialisierung, etwa nach Investmentstilen, zu Fonds für Aktien kleiner, mittlerer oder großer Firmen, Garantieprodukten oder Rentenportefeuilles für verschiedene Bonitätsklassen.Zum anderen würden den Privatkunden verstärkt "einfache" Produkte wie Dachfonds oder Altersvorsorge-Sondervermögen angeboten.

In Deutschland sei mit zunehmender Präsenz von ausländischen Anbietern zu rechnen, dem Ausbau der Vertriebskanäle,sowie zunehmender Bedeutung der Consultants.Der Euro verändere auch die Anforderungen an die Vermögensverwalter: "Er macht das Asset Management komplexer, schon deshalb, weil das Geschäft wettbewerbsintensiver wird." Das Aktienmanagement sei von der Umstellung auf die Branchenanalyse oder der Umsetzung europäischer Benchmarks geprägt.Das Management von Rentenportfolios werde durch den "deutlich breiteren und tieferen Rentenmarkt" bestimmt.

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