Investmentbank Bear Stearns : Börse wettet auf noch höheren Kaufpreis

Der Börsenkurs der Aktie der US-Investmentbank Bear Stearns steigt weiter an und überspringt die zehn US-Dollar-Marke. Nach dem Rutsch in den Keller kostete die Aktie vergangene Woche zeitweilig zwei US-Dollar. Unter Experten ist ein angemessener Preis für Bear Stearns heftig umstritten. Derweil arbeitet J.P. Morgan weiter an der Übernahme seines ehemaligen Konkurrenten.

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J.P. Morgan arbeitet an der Übernahme seines Konkurrenten der Investmentbank Bear Stearns an der Wallstreet. -Foto: AFP

New YorkAuch nach dem deutlich erhöhten Übernahmeangebot der US-Bank J.P. Morgan für die angeschlagene Investmentbank Bear Stearns lässt die Börse nicht locker. Einige Anleger spekulieren auf einen noch höheren Kaufpreis und sorgen für einen Kurs der Bear-Stearns-Aktie klar über dem nachgebesserten Angebot von zehn Dollar je Papier. Nach Eröffnung der Börse in New York sprangen die Aktien von Bear Stearns um 88,76 Prozent auf 11,25 Dollar nach oben. Die Aktie schloss letztlich 2,76 Prozent niedriger bei 10,94 Dollar.

Bear Stearns ist die fünftgrößten Investmentbank in den USA  und das bisher prominenteste Opfer der Finanzkrise. Noch vor dem Einbruch an der Wallstreet kostete eine Aktie rund 30 US-Dollar. Vor einer Woche lag das Übernahmeangebot von J.P. Morgan bei zwei Dollar je Aktie. Diesem Angebot zufolge hätte J.P. Morgan die Bank zum  Schnäppchenpreis von 236 Millionen Dollar bekommen. Einige Analysten an der Wall Street hatten darauf hingewiesen, dass allein  das Hauptquartier von Bear Stearns in New York einen Immobilienwert von einer Milliarde Dollar habe. Auf Druck vieler Aktionäre hin hatte der Konkurrent sein Angebot verfünffacht. Auch die US-Notenbank ist mit Ausfallgarantien eingesprungen, betonen die Experten von Punk Ziegel & Company.

Das nun diskutierte Angebot bewertet Bear Stearns mit mehr als einer Milliarde Dollar (650 Mio Euro). J.P. Morgan hofft, auf diese Weise eine Mehrheit der Aktionäre zum Verkauf ihrer Anteile bewegen zu können. J.P. Morgan kaufte bereits knapp 40 Prozent eigens dafür neu ausgegebener Aktien. Damit dürfte J.P. Morgan einer Übernahme deutlich näher gekommen sein. Zu Börsenschluss an der Wallstreet sank der Aktienwert von J.P. Morgan um 1,05 Prozent auf 46,06 Dollar. Nach der Übernahme sollen Tausende der derzeit rund 14.000 Stellen gestrichen werden. (ml/dpa/AFP)

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