Wirtschaft : Investmentbanker sehen gute Chancen für Jahresend-Rallye

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Der Zeitpunkt passte. Als Klaus Metzke, Leiter der Berliner Niederlassung von HSBC Trinkaus & Burkhardt am Donnerstagabend beim alljährlichen Empfang vor die Kunden und Freunde des Privatbankhauses trat, hatten die Börsen zwei fulminante Tage hinter sich. Und Metzke machte Mut.

Zwar sprechen nicht wenige Beobachter von einer Überhitzung und warnen vor Gewinnmitnahmen und entsprechend deutlichen Kursrückgängen. Sie warnen die Anleger vor übereilten Anlagen und raten dringend, nur auf erstklassige Titel zu setzen. Metzke hält dagegen: "Weiter investiert bleiben", rät er seinen Kunden. Die Chancen für eine Jahresend-Rallye seien gut, und bei der Vorlage von Zahlen für das vierte Quartal könne es bei diversen amerikanischen Unternehmen positive Überraschungen geben. Das Rückschlagpotenzial sei deutlich begrenzt, gab sich der Banker optimistisch. Die Liquiditätssituation sowohl in den USA als auch in Europa sei hervorragend, so dass rückläufige Kurse weiter für Käufe genutzt würden. Ein Anstieg des Dax auf 5500 Punkte bis zum Jahresende ist für Metzke durchaus vorstellbar.

In Deutschland zeichne sich eine Bodenbildung bei der Entwicklung der Unternehmensgewinne für das erste Quartal 2002 bereits ab. Grund sei, dass die Unternehmen ihre Restrukturierungsaufwendungen in dem sowieso schon schlechten Jahr 2001 verbuchten. Daraus folge bei den Gewinnen der im Dax notierten Unternehmen ein erhebliches Aufholpotenzial. Unter der Voraussetzung einer Konjunkturwende im zweiten Halbjahr 2002 rechne er damit, dass der Dax bis zum Ende des kommenden Jahres auf bis zu 6500 Punkte steigen werde, der Euro Stoxx könnte 4500 Zähler erreichen. Da diese Indexziele aber einen Konjunkturdreh im zweiten Halbjahr 2002 voraussetzten, empfiehlt er, vor allem in Werte zu investieren, die von einer Konjunkturerholung als Erste profitieren: die Chemie, Rohstoffe und Technologiewerte.

Deutlich weniger zuversichtlich fällt das Urteil für den Rentenmarkt aus. Die Performance für Eurorenten im kommenden Jahr dürfte bei vier bis 4,5 Prozent liegen. Dollar-Anleihen seien sowieso nicht zu empfehlen. Zinsdifferenzen zwischen Euro-Anlagen und Dollar-Anlagen im mittleren bis langen Bereich seien im Grunde nicht mehr vorhanden. Und für den Dollar geben sich die Volkswirte der Bank wenig optimistisch.

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