Wirtschaft : Investmentbanking bremst die Institute Barclays und Credit Suisse verdienen weniger

London - Schleppende Geschäfte im Investmentbanking haben die Großbanken Barclays und Credit Suisse zu Jahresbeginn ausgebremst. Die britische Barclays wies am Mittwoch vor Steuern einen Gewinn von 1,7 Milliarden Pfund (1,9 Milliarden Euro) aus – neun Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Konzerngewinn der Credit Suisse sank im Jahresvergleich um 45 Prozent auf 1,14 Milliarden Franken (900 Millionen Euro). Im Schlussquartal des vergangenen Jahres war die Bank auf einen Gewinn von 841 Millionen Franken gekommen.

Der Markt hatte Barclays etwas mehr zugetraut und reagierte entsprechend enttäuscht: Die Barclays-Aktie verlor zeitweise fünf Prozent und zog auch die übrigen Finanzwerte in London nach unten. Zwar steuerte die Sparte Investmentbanking (Barclays Capital) mit 1,3 Milliarden Pfund weiter den Löwenanteil zum Gewinn bei. Doch hier war der Rückgang mit 15 Prozent besonders groß. Vor allem der Handel mit Anleihen, Devisen und Rohstoffen konnte nicht mit dem starken Vorjahresquartal mithalten. Damit zeigte sich bei Barclays ein ähnliches Bild wie zuletzt bei den US-Rivalen Goldman Sachs und Morgan Stanley. Die Eurokrise, die Unruhen in der arabischen Welt und die Katastrophen in Japan hatten die Kundenaktivitäten zu Jahresbeginn vielerorts gebremst.

Lediglich Credit Suisse schlug am Mittwoch etwas positivere Töne an und begründete die Rückgänge im Investmentbanking vor allem mit dem schwachen Dollar. Ihre Marktanteile konnte die zweitgrößte Schweizer Bank nach eigenen Angaben erhöhen. Das Vermögensverwaltungsgeschäft entwickelte sich weitgehend stabil. Im Private Banking sammelte Credit Suisse bei reichen Kunden ebenso wie im Vorjahr netto 18 Milliarden Franken neues Geld ein.

Die Deutsche Bank legt ihre Quartalsbilanz am heutigen Donnerstag vor. Auch sie hängt maßgeblich am Tropf des Investmentbankings. rtr

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