Wirtschaft : Investoren machen Bogen um Deutschland

Entwicklungsländer holen auf

GENF/BONN (AP/dpa).Die Globalisierung und Liberalisierung der Märkte läßt auch die ausländischen Direktinvestitionen multinationaler Unternehmen boomen.Nach dem am Sonntag unter anderem in Genf und Bonn veröffentlichten Weltinvestitionsbericht 1997 der Handels- und Entwicklungskonferenz der Vereinten Nationen (Unctad) sind die ausländischen Direktinvestitionen der Multis im vergangenen Jahr im Vergleich zu 1995 um zehn Prozent auf 349 Mrd.US-Dollar gestiegen.Unter Berücksichtigung der Investitionen der Tochterunternehmen kommt der Bericht sogar auf eine geschätzte Gesamtsumme von 1,4 Billionen Dollar.Trotz des Anstiegs der grenzüberschreitenden Direktinvestitionen flachte die Zunahme aber gegenüber dem Vorjahr (32,6 Prozent) ab.Obwohl der Löwenanteil weiter in Industriestaaten geht, holen die armen Länder auf.So stiegen die Zuflüsse in Entwicklungsländer um 34 Prozent auf 129 Mrd.Dollar, während jene in Industrieländer bei 208 Mrd.Dollar stagnierten.Mittel- und Osteuropa zog 12,3 Mrd.Dollar an, zwei Milliarden weniger als 1995. In den USA hielten sich Zu- und Abflüsse von Direktinvestitionen mit 85 Mrd.DM im vergangenen Jahr die Waage.Dagegen liegen die Direktinvestitionen des Auslands in Westeuropa mit 105 Mrd.Dollar weit unter den 176 Mrd.Dollar, die westeuropäische Firmen 1996 im Ausland investierten."Gesetzliche Bestimmungen und andere Schranken für Firmenübernahmen und Zusammenschlüsse etwa in Deutschland und Italien haben das Gesamtvolumen gedrückt", schreibt die Unctad. Während die Zuflüsse nach Großbritannien kräftig von 22 Mrd.auf 30 Mrd.Dollar wuchsen, schnitt Deutschland mit einem Rückgang von 8,9 Mrd.auf 3,9 Mrd.erneut schlecht ab.Nach Frankreich flossen 21 Mrd.nach Belgien und Luxemburg 14 Mrd.Dollar. Von den 100 größten international tätigen Unternehmen haben nach der Unctad-Statistik 30 ihren Sitz in den USA, 18 in Japan, elf in Großbritannien und neun in Deutschland.Diese 100 beherrschen heute ein Fünftel des gesamten ausländischen Kapitals aller weltweit operierenden Unternehmen.Ihre Umsätze überstiegen 1995 zwei Billionen Dollar, die mit sechs Millionen Mitarbeitern und 1,7 Billionen Dollar ausländischen Kapitals erwirtschaftet wurden.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar