Wirtschaft : Investoren streiten um die Sparkasse

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Egal welche Fortschritte die Bankgesellschaft bei ihrer Sanierung macht: Das Land Berlin, das rund 81 Prozent an dem Institut hält, will sich von der Bankgesellschaft trennen. Zwei Bieter sind bereits aus dem Rennen – der USInvestor Wilbur L. Ross und der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) zusammen mit der Norddeutschen Landesbank, die bereits knapp elf Prozent an der Bankgesellschaft hält. Übrig geblieben sind die zwei US-Gesellschaften Lone Star und BGB Capital Partners . Beide prüfen seit Oktober im Rahmen einer erweiterten Buchprüfung vor dem Kauf auch vertrauliche Daten in den Geschäftsbüchern der Bankgesellschaft. Danach wollen sie möglichst bis Jahresende entscheiden, welchen Preis sie bereit sind, für das Institut zu bezahlen.

Noch halten sie sich allerdings bedeckt, mit welchem Betrag der Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) ungefähr rechnen kann. Welche Bedeutung die aktuellen Zahlen der Bankgesellschaft für die laufenden Verhandlungen haben könnten, bleibt ebenfalls ein Geheimnis der Bieter. „Wie schon beim Halbjahresergebnis werden wir sie nicht kommentieren“, sagte ein Lone Star-Sprecher. Den Kommentar wird nur der Finanzsenator hören, der auf wenigstens rund 1,7 Milliarden Euro spekuliert. Das Geld hatte das Land im vergangenen Jahr in die Bankgesellschaft gesteckt, um sie vor der Pleite zu bewahren.

Der Knackpunkt bei den Verhandlungen ist neben noch unentdeckten Risiken bei der Bankgesellschaft die Zukunft der Berliner Sparkasse, einer Konzerntochter. Beide US-Investoren wollen die Sparkasse unter diesem Namen weiterführen. Allerdings liegen die Markenrechte beim DSGV. Und der droht mit deren Entzug, sollte die Bankgesellschaft nun an einen privaten Investor verkauft werden. Mittlerweile ist der DSGV aber nicht mehr kategorisch dagegen. Das zeigen Gespräche zwischen dem Verband und den US-Investoren über mögliche Lösungen. hop

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