Wirtschaft : Investoren zieht’s auf die Insel

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Irland ist der Musterschüler der EU. Zwar bekommt der Inselstaat noch Finanzhilfe aus Brüssel, aber: „Es ist unfair, den irischen Boom alleine auf diese Zuschüsse zurückzuführen“, sagt Klaus Heiner Röhl vom Institut der Deutschen Wirtschaft. „Program for Prosperity and Fairness“ heißt der Pakt von 1987, in dem sich Gewerkschaften zu Lohnzurückhaltung und die Regierung zu Steuerentlastungen verpflichteten. Seitdem sank die Körperschaftssteuer von 32 auf 12,5 Prozent. In Deutschland zahlen Kapitalgesellschaften 25 Prozent, bald sollen es 19 Prozent werden. Irland hat auch die Freibeträge für Arbeitnehmer erhöht, so dass viele Iren keine Einkommensteuer mehr zahlen. Der Spitzensteuersatz sank auf 42 Prozent (Deutschland: 45 Prozent). „Durch die Reformen hat Irland eine unternehmensfreundliche Stimmung geschaffen“, sagt Röhl. Mehr als 570 USFirmen haben sich niedergelassen und mit Direktinvestitionen von rund 34 Milliarden Dollar 90000 Stellen geschaffen – bei nur 3,9 Millionen Einwohnern. Weltweit liegt das Land auf Platz sieben der beliebtesten Investitionsstandorte. „Von den ausländischen Investoren profitieren auch die heimischen Unternehmen“, sagt Eoin O`Malley vom Dubliner Economic and Social Research Institute. Irland gelang es, die Arbeitslosenquote von 16 Prozent (1993) auf 4,4 Prozent zu drücken. Mittlerweile aber führen Vollbeschäftigung und Immobilienboom zu Preis- und Lohnsteigerungen, die den Standort Attraktivität kosten könnten. Dennoch: Für 2006 prognostiziert das Ifo-Institut den Iren ein Wirtschaftswachstum von 5,4 Prozent. mbe

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