Iphone und iPad : Apple-Geräte speichern Aufenthaltsorte

Dank des iPhones verdient der Apple-Konzern noch viel besser als erwartet. Doch nun gibt es Probleme mit dem Datenschutz.

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Im Zeichen des Apfels. Das iPhone speichert Standortdaten. Foto: Reuters
Im Zeichen des Apfels. Das iPhone speichert Standortdaten. Foto: ReutersFoto: REUTERS

Berlin - Apple hat in 90 Tagen knapp sechs Milliarden Dollar verdient – nahezu doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Umgerechnet waren es 4,1 Milliarden Euro Gewinn und 17 Milliarden Euro Umsatz. Damit fällt die Bilanz für das abgelaufene erste Quartal glänzend aus. Der nach dem Börsenwert größte Technologiekonzern hat die ohnehin schon hoch gesteckten Erwartungen um ein Vielfaches übertroffen. Es war vor allem der Erfolg des iPhone, der Apple beflügelte. Doch wegen des begehrten Smartphones, das Handy und Taschencomputer in einem ist, droht Apple nun Ärger mit der Politik in den USA und Deutschland.

Binnen drei Monaten verkaufte das Unternehmen fast 18,7 Millionen iPhones – mehr als doppelt so viel wie ein Jahr zuvor. Zudem setzte Apple 3,8 Millionen Mac-Computer ab, das waren 28 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Nicht so gut lief dagegen der Verkauf des iPad: Apple setzte zwischen Januar und März weniger dieser Tablet- Computer ab als erwartet. Apple könne die überwältigende Nachfrage nach dem jüngst überarbeiteten Produkt derzeit einfach nicht bedienen, sagte Manager Tim Cook. Der Stellvertreter des erkrankten Konzernchefs Steve Jobs wagte keine Prognose, wann Angebot und Nachfrage wieder in Einklang kommen. „Wir haben jedes iPad 2 verkauft, das wir herstellen konnten, und die Nachfrage war verblüffend“, sagte Apple-Finanzchef Peter Oppenheimer. Der Absatz von knapp 4,7 Millionen Geräten blieb hinter den Markterwartungen zurück, die bis zu einer Marke von rund sechs Millionen Geräten reichten.

Während das Unternehmen die Börse mit seinen Zahlen erfreute, verärgerte es die Datenschützer. Die Informatiker Alasdair Allan und Pete Warden fanden auf dem iPhone und dem iPad eine unverschlüsselte Datei, in der über Monate vermerkt war, wann sich der Gerätenutzer wo aufhielt. Unklar ist bislang, welchen Zweck die Protokolle erfüllen sollen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Daten an Apple oder andere übermittelt würden, sagten Allan und Warden auf einer Konferenz in San Francisco. Eventuell handle es sich um eine Anwendung, die Apple prophylaktisch eingeführt habe, um sie später nutzen zu können. Apple äußerte sich dazu bislang nicht.

Nun verlangt das Verbraucherschutzministerium in Deutschland von dem Technologiekonzern Aufklärung über die Speicherung der persönlichen Daten der Nutzer. „Es gibt eine Reihe offener Fragen, die von Apple in Zusammenarbeit mit den zuständigen Datenschutzbeauftragten geklärt werden müssen“, sagte ein Ministeriumssprecher in Berlin. „Apple muss offenlegen, wo und wie lange und zu welchem Zweck die Daten gespeichert werden, wer Zugriff auf diese Informationen hat und wie ein unbefugter Zugriff verhindert wird.“

Der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar hält die Speicherung von Standortdaten ohne Kenntnis der Betroffenen nach deutschem Datenschutzrecht für unzulässig.

Vorbehalte gegen einen möglichen Datenmissbrauch gibt es aber auch in den USA. Der Senator Al Franken wandte sich in einem offenen Brief an Apple-Chef Steve Jobs. Auch der US-Politiker verlangt von Steve Jobs Aufklärung darüber, warum Apple diese Daten sammelt und speichert. Außerdem will Franken wissen, warum iPhone- und iPad-Nutzer nicht über die geheime Speicherung der Daten informiert worden sind und wer Zugriff auf diese Informationen hat.

Allerdings schrieb Apple bereits im vergangenen Sommer in einer Antwort an den US-Kongress, dass für die Optimierung von Lokalisierungsdiensten regelmäßig anonymisierte Standort-Informationen an den Konzern übertragen werden können. Dies betreffe nur Kunden, die Ortungsdienste nutzen, die Informationen seien nicht mit einem bestimmten Nutzer in Verbindung zu bringen und würden von Apple sicher aufbewahrt.

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