Wirtschaft : Irak-Krise bringt BASF nicht vom Kurs ab Chemiekonzern erwartet steigenden Gewinn im ersten Quartal

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Frankfurt (Main) (shf/HB). Mit unerwartet guten Zahlen und einem relativ positiven Ausblick kann sich BASFChef Jürgen Strube von der Führungsposition bei dem Chemiekonzern verabschieden. Strube, der Anfang Mai in den Aufsichtsrat wechselt, verzichtete gestern bei der Bilanzvorlage zwar auf eine Prognose für das gesamte Jahr 2003. Doch zumindest für die erste Jahreshälfte stellte er eine weitere Verbesserung des operativen Gewinns in Aussicht.

Vor allem im ersten Quartal sei bei steigenden Umsätzen ein deutlicher Zuwachs beim Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen erreichbar. Im zweiten Quartal werde das Ertragswachstum allerdings geringer ausfallen. Zudem gelte diese Prognose nur unter der Voraussetzung, dass sich die allgemeine wirtschaftliche Lage nicht weiter verschlechtere. „Die Signale aus den Märkten sind uneinheitlich und zum Teil widersprüchlich“, so Strube, „wir fahren daher auf Sicht.“ Das derzeit wahrscheinlichste Szenario, ein zeitlich und lokal begrenzter Militärschlag gegen den Irak, werde voraussichtlich zu einer weiteren Verunsicherung auf den Rohstoffmärkten und bei Verbrauchern führen. In diesem Fall rechne man für 2003 nur mit einem globalen Wachstum der Chemieproduktion um zwei Prozent und einem kurzzeitigen Ölpreisanstieg auf mehr als 35 Dollar.

Der starke Gewinnanstieg im vierten Quartal 2002 sowie eine positive Stimmung für Chemiewerte bescherten der BASF-Aktie gestern ein kräftiges Kursplus von 13,02 Prozent auf 35,25 Euro. Auch andere europäische Chemiewerte konnten gestern deutlich zulegen. Ihnen kam vor allem der überraschende Ölpreisrückgang zu Gute.

Insgesamt konnte der Konzern sein Betriebsergebnis im vierten Quartal drastisch von 250 Millionen Euro auf 650 Millionen Euro steigern. Im Gesamtjahr 2002 hat sich der Betriebsgewinn bei stagnierendem Umsatz mehr als verdoppelt, auf 2,6 (Vorjahr: 1,2) Milliarden Euro. Bereinigt um Sonderfaktoren ergab sich nach Unternehmensangaben noch ein Plus von einem Viertel. Zuwächse verbuchten vor allem Chemikalien, Kunststoffe und Veredlungsprodukte.

Stark geprägt wird die Entwicklung bei BASF weiter von der Kostensenkung. Der Konzern hatte bereits vor zwei Jahren ein Sparpaket aufgelegt, das unter anderem den Abbau von 4000 Arbeitsplätzen umfasste.

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