Wirtschaft : Iran stoppt Öllieferung nach Deutschland Auswirkungen sind gering

Teheran - Der Iran hat nach iranischen Medienberichten die Ölausfuhren nach Deutschland gestoppt. Nach dem Exportstopp für Frankreich und Großbritannien seien nun auch die Ausfuhren für Deutschland eingestellt worden, berichtete der arabischsprachige Sender Al-Alam am Mittwoch. Auch nach Italien würden die Ausfuhren demnächst gestoppt. Die EU-Staaten hatten am 24. Januar wegen des umstrittenen iranischen Atomprogramms beschlossen, schrittweise bis zum 1. Juli ein Ölembargo gegen den Iran durchzusetzen. Daraufhin hatte Teheran seinerseits einen Lieferstopp angekündigt.

Der Stopp von Öllieferungen hat für die Bundesrepublik aber keine größeren Auswirkungen.Der Anteil iranischen Öls an den deutschen Importen ist gering. Im vergangenen Jahr bezog Deutschland nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrollen (Bafa) 821 000 Tonnen Rohöl aus dem Iran, das waren 0,9 Prozent der Gesamteinfuhren. Im Dezember 2011 lag der Anteil demnach sogar nur noch bei 0,6 Prozent, um im Januar/Februar auf gerade einmal 0,2 Prozent zu sinken.

Bereits im Februar hatte Teheran die Ölexporte nach Großbritannien und Frankreich eingestellt. Jüngst erklärte der Iran auch, die Ausfuhren nach Griechenland und Spanien gestoppt zu haben. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur deckte in den ersten zehn Monaten des Jahres 2011 Italien 13 Prozent und Spanien zwölf Prozent seines Bedarfs mit Öl aus dem Iran. Für Griechenland lag dieser Anteil bei 30 Prozent. Insgesamt verkaufte Teheran gut 20 Prozent seines Öls an diverse EU-Staaten. Die größten Einzelabnehmer iranischen Rohöls im Jahr 2010 waren China (20 Prozent), Japan (17 Prozent), Indien (16 Prozent) und Südkorea (neun Prozent). In Industriekreisen hieß es ergänzend, Spanien und Griechenland hätten in den vergangenen zwei Monaten im Vorfeld des Embargos und wegen zunehmender Zahlungsprobleme die Einfuhren aus dem Iran massiv heruntergefahren.

Die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats und Deutschland wollen am Samstag in Istanbul die Atomgespräche mit dem Iran fortsetzen. Das Land kann nach eigenem Bekunden einem Ölembargo für mehrere Jahre standhalten. „Wir haben so viel gespart, dass wir sehr gut über die Runden kommen, selbst wenn wir für zwei oder drei Jahre kein Öl verkaufen“, zitierten Medien des Landes Präsident Mahmud Ahmadinedschad. Die Energie-Informationsbehörde der USA geht für dieses Jahr als Konsequenz der Sanktionen von einem Rückgang der iranischen Ölförderung um etwa 500 000 Fass pro Tag (bpd) aus. Ende 2011 hatte die Fördermenge bei 3,55 Millionen bpd gelegen. AFP/dpa

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