Wirtschaft : Iraner wollen Sket übernehmen

Persischer Minister unterzeichnet Absichtserklärung in Magdeburg Magdeburg(löb).Für die Arbeitnehmer des von der Gesamtvollstreckung bedrohten Magdeburger Schwermaschinen- und Anlagenbauers Sket gibt es neue Hoffnung.Nach einem zweistündigen Besuch in dem Unternehmen hat eine iranische Delegation unter Leitung des Ministers für Bergbau und Metallurgie, Hossein Mahludschi am Donnerstag um einen kurzfristigen Termin bei Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Klaus Schucht gebeten."Die Iraner haben ihr Interesse an einer Übernahme von Sket bekundet", sagte eine Sprecherin des Magdeburger Wirtschaftsministeriums.Allerdings seien die Übernahmeabsichten der Iraner noch sehr vage und unverbindlich. Tatsächlich aber haben Schucht und Mahludschi einen "Letter of Intent", eine Absichtserklärung zur Übernahme des Unternehmens durch den Iran unterzeichnet.Eine entsprechende Aussage des Sprechers der iranischen Botschaft in Bonn bestätigte auch Sachsen-Anhalts Regierungssprecher Hans Jürgen Fink."Die Iraner erklären in diesem Abkommen ihre Bereitschaft zur Übernahme des Unternehmens als Ganzes oder in Teilen", sagte Fink.Minister Mahludschi habe darüberhinaus angekündigt, schon in den nächsten Tagen iranische Unternehmen zu benennen, die für eine Übernahme des Magdeburger Konzerns in Frage kommen."Minister Schucht hat seinerseits erklärt, daß er im Interesse des Erhalts möglichst vieler Arbeitsplätze bei Sket die Bemühungen der Iraner zur Übernahme vollauf unterstützen werde und deren Absicht auch den zuständigen Stellen in Deutschland mitteilen werde", sagte Fink.Das sei neben der Bundesanstalt für vereinigungsbedingte Sonderaufgaben (BvS) und dem Bundeswirtschaftsministerium vor allem die West Merchant Bank, die mit den Vorbereitungen der Sket-Privatisierung beauftragt wurde. Ebenso wie bei der BvS hütet man sich auch bei der Magdeburger Landesregierung vor vorzeitiger Euphorie.Die Absichtserklärung der Iraner sei dafür zu vage."Vor allem fehlen konkrete Zusagen über die Höhe der Investitionen und über die Zahl der zu erhaltenden Arbeitsplätze." Deshalb unterstrich Fink ebenso wie BvS-Sprecher Wolf Schöde, daß die Bemühungen zur Privatisierung von Sket unabhängig davon fortgeführt werden."Es gibt für einzelne Geschäftsfelder auch noch andere Übernahme-Interessenten, deren Angebote ebenso gründlich geprüft werden wie das Iraner." Schließlich gehen auch die Iraner davon aus, Sket auf der Grundlage des von der BvS verfolgten Sanierungskonzeptes weiterzuführen.Das bedeutet letztlich, daß der jetzige Konzern auf jeden Fall zum 2.Januar in fünf eigenständige Auffanggesellschaften zerlegt wird.Der Betriebsrat, der bislang diese Zerlegung vehement bekämpft hat, könnte nun sogar damit leben, wenn alle eigenständigen Geschäftsfelder durch einen Investor übernommen werden."Wir sind in erster Linie deshalb gegen die Zerlegung gewesen, weil wir befürchten mußten, daß die BvS die einzelnen Geschäftsfelder an unterschiedliche Investoren verkauft", sagte Betriebsratssprecher Freimut Hengst.Das Übernahmeangebot aus dem Iran betrachtet der Betriesbrat mit großer Sympathie."Wir heißen die Iraner zur Beschäftigung von 1800 arbeitswütigen Leuten bei Sket herzlich willkommen", so Hengst weiter. Für BvS-Sprecher Wolf Schöde kam das Übernahmeangebt für Sket aus dem Iran nicht allzu überraschend."Sket hat schon zu DDR-Zeiten mehrere Walzwerke im Iran errichtet." Die iranische Botschaft, Mahludschi habe das Intersse Irans verdeutlicht, alle bei der Übernahme vorhandenen Arbeitsplätze langfistig zu erhalten."

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