Wirtschaft : Irland verstaatlicht seine Banken

Regierung schießt weitere 7,5 Milliarden Euro zu

London - Die irische Regierung hat mit einer großen Rettungsaktion das Bankensystem gestützt. Nach monatelanger Suche nach privaten Investoren sagte sie den drei führenden Banken des Landes Kapitalspritzen in Milliardenhöhe zu. Gleichzeitig kündigte sie an, dass sie zu weiterer Unterstützung bereit sei. Der Staat hält jetzt 75 Prozent an der Anglo Irish Bank und hat sich weitreichende Rechte bei Allied Irish Banks (AIB) und Bank of Ireland gesichert.

Irland hatte auf die Zuspitzung der Finanzkrise im September als erstes Land in Europa mit einer umfassenden Garantie aller Bankeinlagen reagiert. Doch die Hoffnung, dass dies große Mengen zusätzlichen Kapitals in die irischen Banken locken würde, erfüllte sich nicht. Gespräche mit Finanzinvestoren führten zu keinen Ergebnissen. Darum sah sich die Regierung nun zu Kapitalspritzen genötigt. Die Anglo Irish Bank erhält 1,5 Milliarden Euro zu einer Verzinsung von jährlich zehn Prozent. Damit verbunden sind 75 Prozent der Stimmrechte. Zwei Vorstände der Bank waren in der vergangenen Woche nach einem Skandal um einen verschleierten Kredit zurückgetreten. Die Aktie der Bank fiel am Montag um mehr als ein Fünftel.

Irlands größte Bankengruppe AIB erhält eine Kapitalspritze von zwei Milliarden Euro. Dazu garantiert der Staat eine Kapitalerhöhung um eine weitere Milliarde – in der Hoffnung, dass sie von privaten Anlegern gezeichnet wird. Die Bank of Ireland bekommt ebenfalls zwei Milliarden Euro und die Garantie für eine weitere Milliarde. Beide Institute gewähren dem Staat dafür ein Stimmrecht von 25 Prozent. Die Aktie der Bank of Ireland schoss am Montag um mehr als 50 Prozent in die Höhe, während AIB-Titel um rund ein Viertel zulegten. Die Aktien aller drei Banken fielen in den vergangenen Monaten um mehr als 90 Prozent. dih (HB)

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