Wirtschaft : IT-Branche hängt Konjunktur ab 3,4 Prozent Wachstum und 10000 neue Stellen

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Berlin Die deutsche Informations- und Telekommunikationsbranche will in diesem Jahr deutlich stärker wachsen als der Rest der Wirtschaft. Mehr als drei Viertel der IT-Firmen erwarten 2005 steigende Umsätze, wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) am Montag mitteilte. Die Frühjahrsbefragung bei den Unternehmen habe ergeben, dass die IT-Industrie nach steigenden Erlösen im ersten Quartal und einer erfolgreichen Computermesse Cebit sehr optimistisch ins laufende Jahr blicke. „Die Zuversicht wächst“, sagte Bitkom-Vizepräsident Jörg Menno Harms.

60 Prozent der befragten Firmen rechneten mit einem starken Umsatzzuwachs von mehr als fünf Prozent. Nur acht Prozent kalkulierten mit sinkenden Erlösen. Der Verband bekräftigte daher seine Jahresprognose von einem Umsatzplus von 3,4 Prozent auf 135,2 Milliarden Euro. Unter dem Strich sollen in der Branche mit 746000 Beschäftigten 10000 neue Jobs entstehen. Halte das Wachstum an, könnten auch 2006 neue Arbeitsplätze hinzukommen, sagte Harms. Fachkräfte werden vor allem bei den Softwareherstellern und IT-Dienstleistern gesucht. Sie seien die eigentlichen „Wachstumstreiber“ dieses Jahres. Hardwareproduzenten hingegen dürften 2005 trotz besserer Nachfrage noch einige Stellen streichen. Harms warnte davor, dass die deutsche IT-Branche auf einen neuen, dramatischen Fachkräftemangel zusteuere. „Bis 2010 geraten wir in eine echte Defizitsituation, wie Ende der 90er Jahre“, sagte der Bitkom-Vize.

Als größtes Markthemmnis bezeichneten die IT-Unternehmen „die Politik“, wie Harms sagte. Die Unzufriedenheit mit den Rahmenbedingungen sei sogar zuletzt noch angestiegen. Die Branche warnte vor Belastungen in Millionenhöhe durch Pläne auf europäischer Ebene, große Datenmengen über mindestens ein Jahr speichern zu müssen. Auch die geplante Urheberrechtsabgabe für Computer müsse verhindert werden. mot

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