Wirtschaft : IT-Branche: IBM und Intel erfüllen magere Erwartungen

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Einen Tag nach den zwar erwarteten aber dennoch enttäuschenden Geschäftszahlen hat Intel zumindest für das Deutschland-Geschäft einen positiven Ausblick gegeben. IBM überraschte die Wall Street mit der Mitteilung, dass die Ergebnisse im vierten Quartal von Analystenprognosen nicht abweichen würden. IBMs Finanzdirektor John R. Joyce, erklärte, Vorhersagen seien zwar im derzeitigen Klima schwierig, die Konsenserwartungen von Analysten seien aber "angemessen". Danach wird IBM im vierten Quartal 1,34 Dollar je Aktie verdienen nach 1,48 Dollar im vierten Quartal 2000.

Beide Unternehmen hatten am Dienstag nach Börsenschluss an der Wall Street erste Zahlen für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres vorgelegt. Danach fiel beim Chip-Marktführer Intel der Gewinn im dritten Quartal um 96 Prozent auf 106 Millionen Dollar. Intel erzielte bei anhaltender Schwäche der IT-Branche einen Quartalsumsatz von 6,5 Milliarden Dollar (minus 25 Prozent). IBM wies einen Nettogewinn von 1,6 Milliarden Dollar aus, was im Jahresvergleich einen Rückgang um 19 Prozent bedeutet. Die Umsatzerlöse verringerten sich bei IBM um 6,3 Prozent auf 20,4 Milliarden Dollar. Bei beiden Gesellschaften entsprachen die Ergebnisse für das Ende September abgeschlossene Quartal den Erwartungen der Börse.

IBM-Chef Louis V. Gerstner verwies auf das gute Dienstleistungs- und Softwaregeschäft im dritten Quartal. Dagegen brach der Hardware-Bereich mit Ausnahme der expandierenden Server-Sparte ein. "Das Personal-Computer-Segmnent unserer Branche bereitet weiterhin Sorge", sagte Gerstner. Am stärksten unter Druck stand bei IBM im Berichtsquartal allerdings die Technologiegruppe, die Chips und Diskettenlaufwerke herstellt. Der Bereich machte 258 Millionen Dollar Verlust bei 27 Prozent Umsatzrückgang im Vergleich zu 181 Millionen Dollar Gewinn vor Steuern. Dagegen hielt sich der Dienstleistungsbereich relativ gut. Hier stieg der Gewinn vor Steuern um 20 Prozent auf 1,37 Milliarden Dollar bei 5,4 Prozent Umsatz-Zuwachs. Das Server-Geschäft schrumpfte um 3,4 Prozent auf 3,06 (3,16) Milliarden Dollar. Der Umsatz im Software-Bereich legte 9,7 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar zu. Obwohl IBMs Gewinn im dritten Abschnitt um 19 Prozent einbrach, lagen der Ergebnisse des weltweit größten Computer-Produzenten deutlich über den geringen Gewinnen oder gar Verlusten, die bei den Konkurrenten Hewlett-Packard Co, Compaq Computer Co, Sun Microsystems und Gateway Inc erwartet werden.

Auch der Intel-Konzernchef Craig R. Barrett sprach von soliden Quartalsergebnissen "in einem turbulenten Umfeld". "Während die Weltwirtschaftslage schwach blieb, haben wir unsere Wettbewerbsposition weiter gestärkt und erwarten im vierten Quartal ein mäßiges mengenmäßiges Wachstum für Mikroprozessoren und Flash Chips", betonte Barrett.

Der weltweit größte Chipproduzent setzt nun auf den bevorstehenden Verkaufsstart des neuen Betriebssystems "Windows XP" von Microsoft. Auf dem deutschen Markt könne sich der Start von "Windows XP" am 25. Oktober stärker auswirken als in anderen europäischen Ländern, sagte der Geschäftsführer der Intel GmbH, Jürgen Thiel, am Mittwoch gegenüber dpa in München. "Die Deutschen sind etwas technikverliebter". Bereits im dritten Quartal habe sich Intel auf dem deutschen Markt besser behauptet als in anderen westeuropäischen Ländern. Im Vergleich zum zweiten Quartal sei ein zweistelliger Zuwachs erreicht worden. "Ich denke, dass wir die Talsohle im zweiten Quartal erreicht haben", sagte Thiel. Zahlreiche große Konzerne hätten geplant, auf den leitungsfähigeren Prozessor Pentium 4 umzusteigen, sagte Thiel. Allein bei Daimler-Chrysler seien dies in Europa rund 100 000 Systeme. "Das sind starke Signale für das vierte Quartal", sagte Thiel.

Die Aktien der beiden Konzerne reagierten am Mittwoch in Europa positiv. So stieg der Kurs von IBM in Frankfurt (Main) zunächst um 5,23 Prozent auf 116,80 Euro. Intel verbesserten sich um 4,36 Prozent auf 28,70 Euro.

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