Wirtschaft : IT-Branche: Internetdaten-Dienst für Mobilnetz bald auch in Europa

dri/mab

Die niederländische KPN Mobile und ihr japanischer Mobilfunkpartner NTT Docomo wollen mit dem italienischen Marktführer Telecom Italia Mobile (Tim) ein Joint-Venture für mobile Datendienste gründen. Die Unternehmen veröffentlichten dazu eine Absichtserklärung. Bis Ende 2001 soll das JointVenture den in Japan erfolgreichen Datendienst I-mode in Europa einführen.

I-mode ist bisher der einzige funktionierende kommerzielle Internet-basierte Datendienst der Welt. Das Angebot wird von jedem zweiten der 35 Millionen NTT-Docomo-Kunden für E-Mail-Dienste, den Austausch von Bildern und Filmsequenzen sowie Informationsdienste genutzt. In Deutschland wird die KPN-Tochter E-Plus die Dienste anbieten.

Das Joint-Venture wird je zu einem Drittel von KPN Mobile, Docomo und Tim gehalten und gemeinsam geführt, sagte E-Plus-Chef Uwe Bergheim. Über Details, wieviel investiert wird und wieviele Leute an welchen Orten arbeiten werden, sei noch nicht entschieden worden. Gegründet wurde inzwischen eine gemeinsame Datendienste-Tochter von KPN Mobile und Docomo . Sie bekommt von den Niederländern 90 Millionen und von Docomo 50 Millionen Euro Startkapital. Über diese Tochter will KPN Mobile, auch das Joint-Venture mit den Italienern führen.

Das Dreier-Joint-Venture wiederum wird zunächst mit Handy-Lieferanten ein Gerät entwickeln, das sowohl I-mode- als auch Wap-Dienste darstellen kann. Derartige Geräte wird es laut Bergheim frühestens Ende 2001 geben. Außerdem soll das Joint-Venture mit Inhalte-Anbietern neue Anwendungen entwickeln. Dafür soll die Zeit bis zur Marktreife der Handys intensiv genutzt werden. Bergheim schätzt, dass mit der exklusiven Vermarktung des I-mode-Konzepts KPN Mobile und Tim in Europa einen Vorsprung von etwa neun Monaten vor ähnlichen Angeboten der Konkurrenz, wie Vodafone und Deutsche Telekom, haben werden.

Überraschend an der Ankündigung ist das Zusammengehen von Tim mit der KPN-Docomo-Allianz. Bisher hatte Tim mit 21 Millionen Kunden in Italien und weiteren 20 Millionen in Europa und Lateinamerika den Fusionen europäischer Mobilfunker zugesehen. Dabei haben sich im letzten Jahr Vodafone, Deutsche Telekom, France Télécom und British Telecom als europäische Marktführer aufgestellt. Für den fünften Platz sind seither KPN-Docomo, Tim sowie Telefónica-Sonera die Anwärter.

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