Wirtschaft : IT-Fachkräftemangel – Firmen suchen im Ausland

Der IT-Fachkräftemangel treibt deutsche Unternehmen ins Ausland. Laut einer Umfrage erwägt jede fünfte Firma die Verlagerung einzelner Bereiche. Dies sei eine besorgniserregende Entwicklung für den IT-Standort Deutschland, sagte Dieter Westerkamp, stellvertretender Leiter Technik und Wissenschaft des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI). Obwohl es immer mehr Informatik-Studenten gibt, fehlen hier rund 16 500 IT-Spezialisten.

Gleichzeitig schätzten fast 60 Prozent der vom VDI befragten 450 IT-Experten deutscher Unternehmen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland als gut ein und blickten positiv in die Zukunft. Fachkräfte fehlten vor allem in der Softwareentwicklung, im IT-Projektmanagement und der IT-Sicherheit. Mehr als 70 Prozent der Befragten rechnen mit einer bis 2012 steigenden Nachfrage. „Problematisch ist, dass die von den Universitäten und Fachhochschulen nachrückenden Absolventen nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken“, sagte Westerkamp.

Im Jahr 2009 schlossen knapp 19 000 Studenten ihr Informatik-Studium ab – 800 mehr als 2008. Der Präsident des IT-Verbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, forderte, stärker um junge Menschen zu werben. Der VDI erwartet von Schulen und Hochschulen, die Schüler besser auf das naturwissenschaftlich-technische Studium vorzubereiten. Die Firmen müssten das Berufsbild des Informatikers attraktiver machen. Positiv findet Westerkamp, dass viele Betriebe mit Weiterbildung von Mitarbeitern auf den Fachkräftemangel reagierten. dpa

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