Wirtschaft : IT-Manager statt Technikfreaks

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In der deutschen Internetwirtschaft könnten einer aktuellen Studie zufolge bis zum Jahr 2010 bis zu 700000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das wären fast so viele Stellen, wie die gesamte Informations und Telekommunikationswirtschaft (ITK) heute zählt. 741000 Menschen sind 2004 bei Computer-Herstellern, Software- und IT-Dienstleistern, Telefonkonzernen oder Telekommunikationsdienstleistern beschäftigt. Auf 1,4 Millionen Beschäftigte kommt man, wenn man alle IT-nahen Berufe berücksichtigt.

Den Stellenboom, den die Studie im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums voraussagt, könnte die Branche gebrauchen. Nach dem Zusammenbruch der New Economy hat sie einen harten Strukturwandel hinter sich. 80000 Stellen sind in den vergangenen vier Jahren abgebaut worden. Doch die Einführung des digitalen Fernsehens oder das so genannte Breitband-Internet könnten auf dem Geräte- und Dienstemarkt ein kleines Jobwunder auslösen. Freilich werden davon nicht alle profitieren, die einen Job in der Branche haben oder suchen. „Die Anforderungen sind deutlich gestiegen“, sagt Stephan Pfisterer vom Branchenverband Bitkom. „Ingenieure und IT-Experten müssen zugleich Manager sein, die mit ihren Kunden umgehen können.“ Technikfreaks sind also kaum noch gefragt. Programmierer und Datenerfasser finden die Unternehmen preiswerter im Ausland, vorzugsweise in Indien. Attraktiv bleibt der Standort Deutschland dennoch. „Software und Dienstleistungen tragen den Beschäftigungsaufbau“, sagt Bitkom-Experte Pfisterer. Netzwerk- und Datenbankbetreuer, die Geschäftsprozesse optimieren; Softwareentwickler, die an den Schnittstellen von Medien und IT arbeiten und ihre Kunden begleiten; Spezialisten, die den Datenstrom sicher machen – sie alle haben in Deutschland einen vergleichsweise sicheren Arbeitsplatz. mot

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