IT-Technik : AMD kommt nicht aus der Verlustzone

Der Chiphersteller AMD kommt nicht aus der Verlustzone. Der harte Wettbewerb mit Intel drückt auf das Ergebnis. Künftig will der Konzern auch Vier-Kern-Prozessoren anbieten.

SunnyvaleDer amerikanische Chiphersteller Advanced Micro Devices (AMD) steckt im Gegensatz zum großen Rivalen Intel weiter tief in der Verlustzone. Allein im zweiten Quartal verbuchte der Konzern einen Verlust von 600 Millionen Dollar oder 1,09 Dollar je Aktie, nach einem Gewinn von 89 Millionen Dollar ein Jahr zuvor. Für das erste Halbjahr summiert sich der Verlust damit auf mehr als 1,2 Milliarden Dollar, nach 274 Millionen Dollar Plus vor Jahresfrist. Dies gab AMD nach Börsenschluss bekannt.

AMD steht in einem harten Preiswettbewerb mit Intel. Der weltgrößte Chiphersteller hatte am Dienstag für das zweite Quartal bei einem Umsatzplus von 8 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar einen Gewinn von 1,3 Milliarden Dollar bekannt gegeben - das entspricht einem Zuwachs von 44 Prozent. Damit liegt allein der Quartalsgewinn von Intel nur knapp unter dem Umsatz von AMD, der im zweiten Quartal um 12 Prozent auf knapp 1,4 Milliarden Dollar zulegte. Der Halbjahresumsatz erhöhte sich auf 2,6 (2,5) Milliarden Dollar.

Erste Vier-Kern-Prozessoren im Herbst am Start

Im Wettkampf mit Intel um immer leistungsfähigere - und neuerdings auch stromsparende Prozessoren - steigt AMD nun auch auf dem Terrain der relativ neuen Vier-Kern-Prozessoren in den Ring. AMD kündigte an, dass die ersten Prozessoren dieser Art ("Barcelona") vom dritten Quartal an ausgeliefert werden sollen. Intel ist schon seit Herbst 2006 mit solchen Recheneinheiten auf dem Markt, bei denen vier Prozessoren auf einem einzigen Chip untergebracht sind. Beide Unternehmen hatten sich in den vergangenen Jahren schon ein Rennen um die ersten Dual-Core-Chips geliefert.

AMD konnte gegenüber den vorangegangenen drei Monaten die Chipauslieferungen insgesamt um 38 Prozent erhöhen - angetrieben von deutlich gesunkenen Preisen. Zu dem kräftigen Absatzplus trug auch der Start der Chip-Auslieferung an Toshiba bei. Der japanische Elektronikriese nutzt nach dem Auslaufen eines Exklusivertrages mit Intel erstmals seit mehr als sechs Jahren wieder AMD-Prozessoren und will nach früheren Angaben rund 20 Prozent seiner Laptops für die USA und Europa mit AMD-CPUs ausstatten.

AMD-Finanzvorstand Robert J. Rivet betonte, das Unternehmen habe "solide Fortschritte an verschiedenen Fronten" gemacht, räumte aber ein, dass die Finanzergebnisse noch verbessert werden müssten. Negativ auf das Ergebnis wirkten sich auch Akquisitions- und andere Sonderkosten aus. Allein für den Erwerb des Grafikchip-Spezialisten ATI schlugen im zweiten Quartal 130 Millionen Dollar zu Buche; insgesamt belaufen sich die Sonderbelastungen auf 260 Millionen Dollar. Die Wall Street hatte schlechtere Ergebnisse erwartet. Deshalb legten die AMD-Aktien nachbörslich deutlich um 5,1 Prozent auf 16,59 Dollar zu.

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