Wirtschaft : Italien will 700 000 neue Jobs schaffen

Innerhalb von drei Jahren ROM (rtr).Italien will nach Angaben der Regierung 700 000 neue Arbeitsplätze schaffen.Der stellvertretende Ministerpräsident Walter Veltroni sagte am Donnerstag in Rom, dies sehe der neue dreijährige DPEF-Wirtschaftsplan des Landes vor, der laut Presseberichten kommende Woche offiziell veröffentlicht werden soll.Gewerkschaften begrüßten das Programm, das ihren Angaben zufolge bis 2001 ein jährliches Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 2,7 bis 2,9 Prozent vorsieht.Das Haushaltsdefizit solle von 2,7 Prozent im Jahre 1997 auf 1,0 Prozent des Bruttoinlandsproduktes im Jahre 2001 fallen.Arbeitgeber-Vertreter äußerten sich grundsätzlich positiv über das Programm. Veltroni sagte, die Arbeitsmarkt-Programme sollten sich vor allem auf die von der Arbeitlosigkeit besonders stark betroffenen Jugendlichen sowie auf den Süden des Landes konzentrieren, wo die Arbeitslosigkeit fast doppelt so hoch sei wie im Landesdurchschnitt.Die Situation im Süden gilt als besonders schweres Hindernis auf dem Weg Italiens in die Währungsunion.Nach Gewerkschaftsangaben sieht der DPEF-Plan bis 2001 ein Beschäftigungswachstum von jährlich zwischen 0,7 und einem Prozent vor.Die Arbeitslosenrate in Italien liegt bei 12,2 Prozent.Im Haushaltsentwurf für 1999 seien laut DPEF-Programm keine neuen Steuern geplant, teilten die Gewerkschaften weiter mit.Zudem seien Einsparungen von 13 bis 14 Billionen Lire (13 bis 14 Mrd.DM) vorgesehen.Sergio Cofferati, Chef der größten Gewerkschaft CGIL, sagte, das Programm sei ein wichtiger Schritt hin zum wirtschaftlichen Wachstum.Ein Sprecher des Arbeitgeberverbandes Confindustria erklärte, seine Organisation teile die Ziele des Programmes.Steuerliche Aspekte gäben jedoch noch Anlaß zur Kritik.Einzelheiten nannte er nicht.Ministerpräsident Romano Prodi will den Dreijahresplan Presseberichten zufolge am 17.April im Parlament vorlegen.Damit kommt Prodi der Forderung anderer EU-Staaten nach, die noch vor der endgültigen Entscheidung über die Teilnehmer an der Europäischen Währungsunion (EWU) Anfang Mai Klarheit über Italiens Finanzplanung verlangt hatten.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben