ITB 2014 : Abenteuer unterm Berliner Funkturm

Die Ferne zu Gast in Berlin: Die ITB 2014 soll eine Erlebnismesse werden. Das Partnerland Mexiko beteuert schon einmal, das Reisen sicher sind.

Lukas Wohner
"Wir haben fast alles" - Fremdenverkehrsdirektor Vicente Salas (links) preist Mexiko als Reiseland an. Unterstützt wurde er am Mittwoch von der mexikanischen Botschafterin Patricia Espinosa Cantellano und ITB-Messeleiter David Ruetz.
"Wir haben fast alles" - Fremdenverkehrsdirektor Vicente Salas (links) preist Mexiko als Reiseland an. Unterstützt wurde er am...Foto: dpa

Die Grüne Woche ist kaum vorbei, da wird auf dem Messegelände unterm Funkturm schon das nächste Großereignis vorbereitet: Am 5. März startet in Berlin die ITB 2014, die größte Reisemesse der Welt. Am Mittwoch luden die Veranstalter in die Botschaft des diesjährigen Partnerlandes Mexiko, um vorab die Highlights der Messe vorzustellen.

Mehr als 10 000 Aussteller aus 180 Ländern und Regionen der Welt werden sich dieses Jahr in 26 Messehallen präsentieren – etwa so viele wie im Vorjahr. Statt mit mehr Ausstellern aus mehr Regionen zu glänzen, möchte die ITB den erwarteten 170 000 Besuchern – davon 110 000 Fachbesucher – ein abwechslungsreicheres Programm bieten.

Weltreise für 255 Euro

Ein Höhepunkt der Messe soll der Abenteuertag für "Camper, Wanderer und Weltenbummler" werden. Wenn die ITB am 8. und 9. März auch für Privatbesucher öffnet, sollen Vorträge wie der von "Journeyman" Fabian Sixtus Körner Lust auf Abenteuer machen. Der Wahlberliner erzählt von seiner zweieinhalbjährigen Reise, die ihn auf alle Kontinente und zu zahlreichen Jobs brachte. Der Clou: In der Tasche hatte Körner dabei nur 255 Euro, Kost und Logis erarbeitete er sich während des Trips. Daneben stehen ein Zelt-Aufbau-Wettbewerb und die Gestaltung eines Berliner Mauerstücks auf dem Programm – ein Hinweis auf das 25. Mauerfalljubiläum.

Als weiteres Schmankerl lässt die Lufthansa im neuen Premium Economy Seat Probe sitzen, Audi bietet Touren in einem Fahrzeugsimulator an. Wer den Tourismus zum Beruf machen möchte, wird in einer eigenen Halle an den Ständen von insgesamt 50 Universitäten, Fachhochschulen und anderen Tourismusausbildern fündig. Für schwul-lesbische Reiseangebote hat man sich außerdem den „Pink Pavillon“ ausgedacht.

Die Deutschen hätten im vergangenen Jahr für Urlaubsreisen insgesamt 64 Milliarden Euro ausgegeben, sagte Messeleiter David Ruetz, davon mehr als 52 Milliarden Euro für Auslandsreisen. Besonders aktiv seien die Berliner gewesen, die die deutsche Bestmarke von durchschnittlich rund zehn Urlaubstagen im Ausland gesetzt hätten. Ihnen gibt die ITB die Möglichkeit, den nächsten Urlaub direkt auf der Messe zu buchen. Aussteller, die das ermöglichen, werden auf der Messe-Website gelistet. Auch den Reisebüros in Berlin und Brandenburg, die dieses ITB-Angebot kritisch sehen, soll die Messe ein Zusatzgeschäft verschaffen, sagte Martin Buck, Direktor der Messe Berlin.

Berliner besonders reisefreudig

Große Hoffnungen verbindet auch das diesjährige Partnerland Mexiko mit der Messe. Knapp 190 000 Deutsche seien im vergangenen Jahr in sein Land gereist, doch es könnten ruhig noch ein paar mehr werden, fand Vicente Salas, Direktor vom mexikanischen Fremdenverkehrsamt. Die Einnahmen aus dem Tourismus machen laut Salas aktuell rund neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts Mexikos aus. Mehr Tourismus bringe dem Land aber nicht bloß neue Jobs, sondern biete auch die Gelegenheit, sich als guter Gastgeber zu präsentieren, sagte Salas. Dass dies den Mexikanern gelingen dürfte, zeigten Salas und die mexikanische Botschafterin Patricia Espinosa Cantellano am Mittwochvormittag. Mit fantastischen Reisezielen, exquisiter Kulinarik und beeindruckender Vielseitigkeit – "Wir haben fast alles!", versicherte Salas verzückt – wollen die rund 80 mexikanischen Aussteller auf der ITB werben. Auch die angespannte Sicherheitslage im Land sei "kein Grund zur Sorge", versicherte Cantellano.

"Mexiko, das ist doch auch ein Land, in dem man gern zu spät kommt", raunte ein Besucher der Messepräsentation, als die Botschafterin nicht pünktlich erschien. Doch 20 Minuten, lernte er am Mittwoch, gelten in Mexiko nicht als Verspätung.

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