IWF : Am Ende der Geduld

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eine edle Aufgabe: Wenn einer seiner Mitglieder in finanzielle Not gerät, dann springt der Fonds ein. Dafür zahlen die 188 Mitgliedsländer ihre Beiträge. Doch der IWF vergibt seine befristeten Kredite an Staaten, die unter wirtschaftlichen Problemen leiden, nur unter sehr strengen Auflagen. Die Bedingungen für die Gewährung von Krediten sind zum Beispiel: die Kürzung der Staatsausgaben, eine niedrige Inflation, die Steigerung des Exports sowie die Liberalisierung des Bankenwesens.

Bislang hat sich der IWF an allen drei laufenden EU-Hilfsprogrammen für Griechenland, Portugal und Irland mit je einem Drittel der Gesamtsumme beteiligt. Um eine Beteiligung des IWF an weiteren Hilfen für Griechenland zu beziffern, sei es noch zu früh, sagte der Chef der IWF-Expertengruppe für Griechenland, Poul Thomsen. Im vergangenen Jahr hatte Griechenland Notkredite von Euro-Ländern und IWF in Höhe von insgesamt 110 Milliarden Euro zugesprochen bekommen. Davon entfielen 80 Milliarden auf die Euro-Länder und 30 Milliarden auf den IWF. Zuletzt bezifferte der IWF den Finanzbedarf Griechenlands auf insgesamt 104 Milliarden Euro bis Mitte 2014.

Angesichts des andauernden Gerangels der Europäer um die Beteiligung von Banken an der Rettung Griechenlands verliert der IWF inzwischen die Geduld. Mit deutlichen Worten forderte die Organisation die EU jetzt auf, die Streitigkeiten zu beenden. Eine umfassende Beteiligung des privaten Sektors sei angebracht, ließ der IWF wissen. Die darüber in der Öffentlichkeit geführte Debatte entwickele sich aber „zu einem ernsten Problem für die Glaubwürdigkeit des Hilfsprogramms“, stellte der IWF in einem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Bericht fest. vis

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