Wirtschaft : IWF: Breuer gegen Selbstzufriedenheit

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Die deutschen Banken sehen die Reformen beim IWF und in der internationalen Finanzarchitektur zwar auf gutem Weg, aber noch lange nicht am Ziel. Deutsche-Bank-Chef Rolf E. Breuer warnte am Montag in Prag davor, in den Bemühungen um die Krisenprävention im Weltfinanzsystem nachzulassen. Auch Commerzbank-Vorstandssprecher Martin Kohlhaussen forderte weitere Maßnahmen zur Stabilisierung des Weltfinanzsystems. Mit Blick auf die Konjunktur sei der Chor der Optimisten in Prag erstaunlich groß, sagte Breuer. Nach seiner Ansicht gibt es in den USA viele Anzeichen für eine Überhitzung der Konjunktur. Auch der hohe Ölpreis sei Besorgnis erregend, auch "wenn wir auf der Ölspur wohl nicht ausrutschen werden." Man dürfe aber nicht glauben, dass sich der Aufschwung in den USA ungebrochen fortsetzen werde.

Mit ihrer Kritik an IWF und den Reformbemühungen sind die deutschen Banker die einzigen, die in Prag warnend den Finger heben. Nach Auffassung von Breuer ist das Risikobewusstsein der privaten Investoren seit der Asienkrise zwar gestiegen, "aber ob das zur Krisenprävention ausreicht, ist fraglich". Beim IWF sind nach Einschätzung von Breuer die Handlungsdefizite noch gewaltig. "Die zukünftige Gestalt und die Abgrenzung der Aufgaben des IWF ist noch denkbar vage." Breuer vermisst zudem ein internationales Register für Großkredite. Für die Überwachung der Finanzmärkte sei dies außerordentlich wichtig. Breuer wie auch Kohlhaussen und Dresdner Bank-Chef Bernd Fahrholz lehnten eine feste Einbindung der Banken in künftige Krisenregelungen ab. Allerdings, so Breuer, trage der Privatsektor eine besondere Verantwortung.

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