Wirtschaft : IWF gesteht Fehler bei der Asienkrise

WASHINGTON (rtr).Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Fehler im Umgang mit der Wirtschafts- und Finanzkrise in Asien eingestanden.Er habe die Auswirkungen auf die Volkswirtschaften der Region zu optimistisch und die Reaktion der Finanzmärkte falsch eingeschätzt, heißt es in einem internen Bericht, der am Dienstag in Washington veröffentlicht wurde.Deshalb seien die den betroffenen Staaten im Gegenzug für Kredite auferlegten Reformen vielleicht überzogen gewesen.Im Grundsatz seien die Empfehlungen des IWF für die ehemaligen Tigerstaaten Thailand, Indonesien und Südkorea aber richtig gewesen.IWF-Vertretern zufolge versucht der Währungsfonds mit dem Dokument die Transparenz zu schaffen, die er von seinen Mitgliedsstaaten seit langem verlangt.

"Der IWF hat, wie die meisten Beobachter, das Ausmaß der Rezession falsch eingeschätzt", heißt es in dem Bericht, in dem der IWF zum ersten Mal eine ausführliche Einordnung der weltweiten Finanzkrise des Jahres 1997 bietet.Der Fonds habe zu falschem Optimismus geneigt.Zum Teil sei befürchtet worden, daß die Situtaion durch pessimistische Prognosen zusätzlich belastet werde.Daß sich der IWF mit seinem Prognosen aber so stark geirrt habe, habe seiner Glaubwürdigkeit geschadet.

Das vom IWF geforderte und häufig kritisierte hohe Zinsniveau sei aber nötig gewesen, um eine weitere Abwertung der Währungen zu verhindern, verteidigte sich der IWF."Die Geldpolitik hat, wenn auch mit Verzögerung, sowohl in Kroea als auch in Thailand ihr grundsätzliches Anliegen, eine Abwertungs- und Inflations-Spirale zu vermeiden, erreicht." Es werde nicht bestritten, daß durch die restriktive Geldpolitik die Realwirtschaft belastet worden sei.

Die Hilfsprogramme für Asien seien trotz ihrer Größe noch immer zu klein gewesen, um die betroffenen Volkswirtschaften schützen zu können, so der IWF weiter.Andererseits hätte bei einem größeren Volumen an Finanzhilfen die Gefahr bestanden, daß die Beteiligten dies ausgenützt hätten.Investoren und Regierungen hätten sich dann vielleicht gerade deswegen unverantwortlich verhalten, weil sie die Gewißheit gehabt hätten, sie müßten nicht die Verantwortung für ihr Handeln tragen.Bei zukünftigen Krisen müsse die Privatwirtschaft stärker in die Hilfprogramme eingebunden werde, forderte der IWF.Es müsse sichergestellt werden, daß auch die private Seite Verantwortung übernehme.Wie dies im einzelnen funktionieren könne, sei aber noch unklar.

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